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Bringt Remdesivir für Covid-19-Patienten so gut wie nichts?

Remdesivir
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In vielen Ländern wird Remdesivir zur Behandlung von schwer erkrankten Covid-19-Patienten eingesetzt - auch in Deutschland. US-Präsident Donald Trump schwört auf Remdesivir, er wurde offenbar damit behandelt, obwohl er nicht schwer erkrankt war. Das Medikament wurde vom US-Pharmakonzern Gilead Sciences eigentlich gegen Ebola entwickelt.

Die Financial Times berichtet jetzt über eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, wonach Remdesivir keinen wesentlichen Einfluss auf die Überlebenschancen eines Patienten hat. Ein Vorab-Papier zur Studie wurde gerade veröffentlicht.

Die Ergebnisse der mit Spannung erwarteten Studie der WHO, in der die Auswirkungen von Remdesivir und drei weiteren potenziellen Medikamenten bei 11.266 hospitalisierten Patienten untersucht wurden, ergaben, dass keine der Behandlungen die Sterblichkeit "wesentlich beeinflusst" oder die Notwendigkeit der Beatmung der Patienten verringert hat. Das schreibt die Financial Times an diesem Freitag.

"Diese Remedesivir-, Hydroxychloroquin-, Lopinavir- und Interferon-Therapien schienen nur geringe Auswirkungen auf die Sterblichkeit der Krankenhauspatienten zu haben", stellt die Studie laut FT fest.

Zu Hydroxychlorohquin, das sowohl Donald Trump als auch Brasiliens Präsident Bolsonaro genommen haben wollen, hatte es schon zuvor kontroverse Diskussionen gegeben.

Die Ergebnisse der WHO-Studie zeigen auch, dass die Medikamente wenig Einfluss auf die Behandlungsdauer der Patienten im Krankenhaus hatten. Die WHO-Forscher sagten jedoch, dass die Studie in erster Linie dazu gedacht war, die Auswirkungen auf die Sterblichkeit im Krankenhaus zu bewerten.

Die Gesundheitsbehörden in den USA und in der EU haben für Remdesivir eine Teilzulassung ausgestellt. Eine Studie der US National Institutes of Health vom April hatte gezeigt, dass es die Zeit bis zur Genesung von Covid-19-Patienten von 15 auf 11 Tage verkürzt. Im Juli veröffentlichte Gilead weitere Testergebnisse, die darauf hindeuteten, dass die Behandlung die Wahrscheinlichkeit eines Todesfalls verringern könnte, doch dieses Ergebnis konnte in einer randomisierten kontrollierten Studie nicht bestätigt werden.