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Aufschrei in sozialen Medien nach Angriff auf Ganja

Aserbaidschanischer Soldat mt Mann in zerstörtem Gebäude in Ganja
Aserbaidschanischer Soldat mt Mann in zerstörtem Gebäude in Ganja   -   Copyright  Ismail Coskun/IHA
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In den sozialen Medien teilen viele an diesem Wochenende Bilder von Menschen, die offenbar in ihren Häusern in der aserbaidschanischen Stadt Ganja in der Nacht auf Samstag verletzt wurden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP wurden bei Raketenangriffen 13 Menschen getötet und etwa 50 weitere verletzt.

Die Staatsanwaltschaft der zweitgrößten Stadt Aserbaidschans nahe der Grenze zu Armenien erklärte, zwei Wohnhäuser seien getroffen worden. Aserbaidschan macht Armenien für die Attacke verantwortlich. Eine Bestätigung des Raketenbeschusses von armenischer Seite gab es zunächst nicht.

Es soll auch Angriffe auf einen anderen Stadtteil von Ganja und auf die nahe gelegene strategische Stadt Mingecevir gegeben haben - wenige Stunden nachdem aserbaidschanische Streitkräfte Stepanakert in Berg-Karabach beschossen hatten. Stepanakert oder aserbaidschanisch Xankəndi ist die Hauptstadt der international nicht anerkannten sogenannten Republik Arzach - bekannt unter dem Namen Bergkarabach oder Nagorni-Karabach. Die internationale Staatengemeinschaft betrachtet das überwiegend von Armeniern bewohnte seit Ende September 2020 wieder umkämpfte Gebiet als Bestandteil Aserbaidschans.

Die Angriffe am Samstag stehen den internationalen Bemühungen entgegen, das Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Berg-Karabach zu beenden. Russland hatte vor genau einer Woche beide Seiten in Moskau dazu gebracht, eine Waffenruhe zu vereinbaren.

Ismail Coskun/IHA
Rettungskräfte in Ganja in AserbaidschanIsmail Coskun/IHA

Auf Fotos der Nachrichtenagentur AP ist ein aserbaidschanischer Soldat zu sehen, der einen Mann inmitten von Trümmern tröstet und wie Rettungskräfte versuchen Überlebende aus zerstörten Häusern in einem Wohngebiet in Ganja zu retten.

Laut Reportern vor Ort - die THE GUARDIAN zitiert - rannten Bewohner in Schlafanzügen gechockt und weinend nach draußen und standen in Hausschuhen im Schlamm.

"Wir haben geschlafen. Die Kinder waren vor dem Fernseher", berichtete Rubaba Schafarowa, 65, vor ihrer zerstörten Wohnung. "Alle Häuser hier in der Gegend sind zerstört. Viele Menschen liegen unter den Trümmern. Einige sind tot, andere verwundet."

Ein Zeuge sagte, er habe gesehen, wie Rettungskräfte in den Minuten unmittelbar nach dem Angriff ein kleines Kind, zwei Frauen und vier Männer aus den Trümmern zogen.