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Schweigemarsch durch Budapest: "Rhetorik der neuen Führung gefährlich"

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Rund 10.000 Demonstrierende zogen durch Budapest, um für die Autonomie der Theater-Uni einzutreten
Rund 10.000 Demonstrierende zogen durch Budapest, um für die Autonomie der Theater-Uni einzutreten   -   Copyright  Zoltan Balogh/MTVA - Media Service Support and Asset Management Fund
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In Budapest haben Tausende Menschen für die Autonomie der Theater- und Filmuniversität in der ungarischen Hauptstadt demonstriert.

Die Teilnehmer protestierten überwiegend schweigend. Allerdings wurde der Marsch immer wieder durch Reden und kurze Aufführungen unterbrochen.

Aufgerufen zu der Demonstration hatten Studierende der Universität. Ihr Appell wurde von anderen Universitäten, Nichtregierungsorganisationen und Oppositionsparteien unterstützt.

Die ungarische Regierung hatte der Uni am 1. September die Autonomie entzogen. Die Leitung übertrug sie an ein Kuratorium, das den gewählten Senat der Universität praktisch entmachtete.

Auch Schauspieler Áron Molnar mischte sich unter die Protestierenden. Er fand deutliche Worte: "Die Rhetorik der neuen Führungskräfte ist wirklich gefährlich. Sie darf diese progressiven und coolen jungen Leute nicht als Terroristen bezeichnen. Und sie dürfen einen Soldaten nicht die Drecksarbeit verrichten lassen."

Reizfigur Gabor Szarka

Gemeint ist der ehemalige Militär Gabor Szarka, der neu installierte Leiter der Universität. Er hatte die Besetzung der Universität als Anarchie bezeichnet, den Internet-Zugang des Gebäudes gesperrt und Schlösser austauschen lassen.

Szarka wird von den Besetzern der Zugang zur Uni verweigert. Die Demonstrierenden hatten das Datum ihres Protestmarsches bewusst gewählt. Am 23. Oktober vor 56 Jahren hatte ein Studentenprotest den bewaffneten Aufstand gegen die damalige kommunistische Herrschaft ausgelöst.

Euronews-Korrespondent Zoltán Siposhegyi kommentierte in Budapest: "Obwohl die Lawine der Proteste von künftigen Schauspielern und Regisseuren ausgelöst wurde, als sie ihre Universität verbarrikadierten, ging es bei dem heutigen Marsch nicht mehr nur um die Unabhängigkeit der Bildung, sondern um die Politik der letzten 10 Jahre. Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten Freiheit für die Gerichte, die Medien und auch für Nichtregierungsorganisationen."