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Wieder schwarzer Covid-19-Samstag: Merkel mit neuem Appell

Café in Berlin vor der Sperrstunde
Café in Berlin vor der Sperrstunde   -   Copyright  Markus Schreiber/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Schon am Samstag vor einer Woche hatte es einen neuen Negativ-Rekord der Coronavirus-Zahlen in Deutschland gegeben. Jetzt meldet das Robert Koch-Institut (RKI) mit 14.714 einen neuen Tageshöchstwert an Neuinfektionen mit SARS-CoV-2. Allerdings hatte es auch am Donnerstag eine Computerpanne bei der Übertragung der Zahlen zwischen den Gesundheitsämtern und dem RKI gegeben. Die verspätetet gemeldeten positiven Tests erhöhen die Zahl an diesem Samstag.

Seit Beginn der Pandemie haben sich nach RKI-Angaben mindestens 418 005 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert.

Mehr als 10.000 Todesfälle

Bis Freitag wurden in Deutschland dem RKI zufolge insgesamt 10.003 Todesfälle verzeichnet - und damit eine symbolische Marke überschritten. Es waren 49 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden.

Im Vergleich dazu sind in Frankreich und Spanien seit dem Frühjahr mehr als 34.000 und in Italien fast 37.000 Patientinnen und Patienten an oder mit Covid-19 verstorben.

14-Tage-Inzidenz bei 106,8 - doch in Berlin sehr viel höher

Die 14-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner gibt die europäische Behörde ECDC für Deutschland am 23. Oktober mit 106,8 an. Diese Zahl erlaubt es, die Entwicklung der Ansteckungen zu vergleichen. Sie liegt für Belgien im selben Zeitraum bei 1.019,8, in den Niederlanden bei 616,1.

Allerdings gilt eine Region ab einer Inzidenz von 50 als Risikogebiet.

Die Berliner Behörden geben die Sieben-Tage-Inzidenz für den Stadtteil Mitte am Freitag mit 206,6 an, Neukölln liegt bei 244,9.

Nur noch wenige Länder in Europa liegen unter einer 14-Tage-Inzidenz von 100 - dazu zählen Norwegen, Finnland, Estland und Griechenland.

"Kreative Strategie" in Berlin

In Berlin hat Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci eingestanden, dass die Gesundheitsämter mit der Nachverfolgung der Kontakte der Infizierten nicht mehr nachkommen. Der Tagesspiegel schreibt, Kalayci habe von einer neuen, kreativen Strategie gesprochen, die sich auf die "vulnerablen Gruppen" konzentriere. "Dass jeder einzelne Fall mit viel Aufwand und sehr zügig bearbeitet wird, ist nicht mehr möglich."

So sollen die Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ihre Kontakte selbst informieren. In Berliner Altenheimen sollen jetzt die ersten Coronavirus-Schnelltests eingesetzt werden.

Neuer Appell der Kanzlerin

In ihrem Podcast an diesem Samstag ruft Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut dazu auf, die Corona-Regeln einzuhalten. Sie sagt: "Die Zahl der Coronainfektionen steigt weiter rapide. Doch wir sind nicht machtlos gegen das Virus. Was jeder jetzt tun kann und sollte: Kontakte reduzieren und weniger Menschen treffen."

Patienten aus den Niederlanden nach Deutschland ausgeflogen

Am Freitag (23.20.) sind erstmals wieder Covid-19-Patienten aus einem Nachbarland nach Deutschland ausgeflogen worden. Eine schwer erkrankte Person wurde per Hubschrauber aus Rotterdam nach Münster gebracht, eine zweite aus Almere ebenfalls nach Münster.

Das Koordinierungszentrum in Rotterdam erklärte zur Lage in den Krankenhäusern im Nordwesten des Landes - auch in Almere: "Das Wasser steht ihnen bis zum Hals."

Martin Meissner/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
Ankunft von Covid-19-Patient aus den Niederlanden in MünsterMartin Meissner/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.

Die Niederlande haben 1.150 Betten auf Intensiv­stationen. Allein Nordrhein-Westfalen hat etwa fünfmal so viele und hat 80 Betten für Covid-Patientinnen und Patienten aus den Niederlanden angeboten.