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Auch nach dem Verfassungsreferendum protestieren viele Chilenen weiter

Hunderte Menschen versammeln sich auf dem Plaza Italia in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Sie fordern weitere Reformen und bringen ihren generellen Unmut mit der Regierung zum Ausdruck. Sie haben Angst, dass die Politik das Ergebis des Verfassungsreferendums vom vergangene Sonntag nicht umsetzt.

Vor einer Woche hatte die Bevölkerung über eine neue Verfassung abgestimmt, die mit dem Wirtschaftsmodell des ehemaligen Diktators Pinochet bricht. Vorangegangen waren monatelange Proteste, mit denen sich die Menschen die Abstimmung erkämpft hatten.

Der Diktator hatte über die Verfassung 1980 abstimmen lassen. Er griff dabei auf in den USA ausgebildeten Wirtschaftsweise zurück, die sogenannten „Chicago Boys“. Sie machten Chile zum Versuchslabor eines radikalen Neoliberalismus.

Das Ergebnis: viele öffentliche Aufgaben, wie Bildung, Gesundheit oder Renten sind in Chile privatisiert. Sperrminoritäten verhindern, dass sich daran etwas ändert. Das Verfassungsreferendum hat hierbei wichtige Stellschrauben verändert - die Demonstranten befürchten aber, dass die rechtlichen Vorgaben von der Politik nicht richtig umgesetzt werden und sich am Ende für die Menschen nichts ändert.