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G20-Gipfel: Gemeinsam gegen die Pandemie - Trump auf dem Golfplatz

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G20-Gipfel: Gemeinsam gegen die Pandemie - Trump auf dem Golfplatz
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Die Staats-und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsnationen haben ihren G20-Video-Gipfel fortgesetzt. Hauptthema ist die bald anstehende Verteilung der Impfstoffe gegen das Coronavirus.

Demzufolge soll zum Abschluss der zweitägigen Konferenz eine gemeinsame Erklärung verabschiedet werden, in deren Mittelpunkt der Kampf gegen die Corona-Pandemie stehen wird.

Russlands Präsident Wladimir Putin bot der internationalen Gemeinschaft einen breiten Zugang zu dem in Russland entwickelten Impfstoff "Sputnik-V" an.

Russland unterstützt den wichtigsten Beschluss dieses Gipfels - nämlich den Zugang zu wirksamen und sicheren Impfstoffen für alle zu gewährleisten.
Ohne jeden Zweifel sollte die gesamte Menschheit Zugang zu Impfstoffen haben. Russland ist bereit, bedürftige Länder mit Impfstoffen zu versorgen, die von unseren Wissenschaftlern entwickelt wurden.
Wladimir Putin
Präsident Russland
Alexei Nikolsky/Sputnik
Russlands Präsident Wladimir Putin beim G20-GipfelAlexei Nikolsky/Sputnik

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte warnte auch vor den wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Pandemie.

Wir brauchen zielgerichtete Investitionen, die sich auf die überlasteten Gesundheitssysteme weltweit konzentrieren. Gleichzeitig müssen wir in ökologischer und sozialer Sicht stark bleiben und Auswirkungen auf die Wirtschaft vermeiden. Es ist eine gewaltige Aufgabe, aber Italien ist bereit, seinen Teil dazu beizutragen.
Giuseppe Conte
Ministerpräsident Italien

Die deutsche Bundeskanzlerin Kanzlerin Angela Merkel warb für die Unterstützung der internationalen Impfstoff-Initiative Covax und eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). "Wenn wir weltweit zusammenstehen, können wir das Virus und seine Folgen beherrschen und überwinden. Dafür lohnt sich auch mehr Anstrengung", sagte sie.

Merkels Äußerungen konnten auch als Spitze gegen Trump verstanden werden, der eine protektionistische Politik des "Amerika zuerst" vertritt und internationalen Organisationen ablehnend gegenüber steht.

Trump auf dem Golfplatz

Für den 74-Jährigen ist der Gipfel voraussichtlich der letzte Auftritt auf der großen internationalen Bühne. Am ersten Tag zeigte er trotzdem nur sehr begrenztes Interesse an der Konferenz. Die Videoschalte lief noch keine zwei Stunden, da verließ der abgewählte, aber noch amtierende US-Präsident das Weiße Haus, um zu seinem Golfclub im nahen Bundesstaat Virginia zu fahren.

Medienberichten zufolge ließ Trump sich zeitweise von Finanzminister Steven Mnuchin und seinem Wirtschaftsberater Larry Kudlow vertreten. Das gab es zwar auch schon häufiger bei früheren G20-Gipfeln, aber dann eher, um parallel zu den Sitzungen bilaterale Gespräche zu führen.

Wenig Hoffnung auf Einigung bei Klimafragen

Merkel rief derweil die G20-Partner ausdrücklich zur finanziellen Unterstützung der Covax-Initiative auf. Um die Corona-Pandemie einzudämmen, müsse der Zugang zur Impfung für jedes Land möglich und bezahlbar sein. "Dazu reichen die bisher zugesagten Mittel noch nicht aus", sagte Merkel. Ziel der Initiative sei es, bis Ende kommenden Jahres zwei Milliarden Impfdosen zu verteilen.

Die Gruppe, die 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft vereint, zeigt sich vereint im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Beim Thema Klimawandel werden jedoch keine neuen Beschlüsse erwartet. Grund ist der Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Pariser UN-Klimaabkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen. Alle anderen G20-Staaten stehen zu der Vereinbarung.