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Erstmals seit fast 70 Jahren: Frau in den USA exekutiert

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Erstmals seit fast 70 Jahren: Frau in den USA exekutiert
Copyright  Attorneys for Lisa Montgomery via AP, File
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In den USA ist erstmals seit fast 70 Jahren wieder eine Frau hingerichtet worden. Lisa Montgomery starb durch eine Giftspritze in einem Gefängnis in Terre Haute im Bundesstaat Indiana.

Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA an diesem Mittwoch (Ortszeit) den Weg für die Hinrichtung frei gemacht, nachdem die Regierung von Präsident Donald Trump auf die Anwendung der Todesstrafe gedrängt hatte. Es gab Bedenken hinsichtlich des geistigen Zustands von Montgomery, die durch den Gerichtsentscheid in den Hintergrund traten.

Montgomery hatte 2004 eine 23-jährige Frau im Staat Missouri erwürgt. Anschließend schnitt sie dem schwangeren Opfer den Fötus aus dem Leib. 2007 wurde Montgomery wegen Geiselnahme mit Todesfolge zum Tode verurteilt.

Kritik der Verteidiger

Einer ihrer Rechtsvertreter, Kelley Henry, bezeichnete die Exekution als "bösartig und ungesetzlich". Es habe sich um eine unnötige Ausübung autoritärer Macht gehandelt. Die Verteidigung ist der Ansicht, dass Montgomery unter einer schweren Geistesstörung litt, die auf Missbrauch in der Kindheit zurückgehe.

Durch die Geistestörung habe sie die Bedeutung des Todesurteils nicht begreifen können. Dies sei aber Voraussetzung für die Durchführung der Exekution. Am Montag hatte ein Bundesrichter einem Aufschub der Exekution zugestimmt, um den Geisteszustand von Montgomery abzuklären. Bevor dies geschehen konnte, traf nun der Oberste Gerichtshof seine Entscheidung.

Unter dem Hashtag SaveLisa hatte sich eine unterstützende Kampagne für die Verurteilte gebildet. Lisa Montgomery sei weder ein Monster, noch eine Heilige. Sie habe es verdienst, zu leben, hatte es dort geheißen.