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Geldwäsche und Giftmüll: 'Ndrangheta-Prozess mit mehr als 300 Angeklagten begonnen

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Staatsanwalt Nicola Gratteri beim N'drangheta-Prozess in Lamezia Terme
Staatsanwalt Nicola Gratteri beim N'drangheta-Prozess in Lamezia Terme   -   Copyright  ALEXANDRIA SAGE/AFP
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In Lamezia Terme in Süditalien hat der größte Mafia-Prozess seit mehr als 30 Jahren begonnen. Angeklagt sind über 300 Politiker, Anwälte und Geschäftsleute, die der 'Ndrangheta - der kalabresischen Mafia - angehört haben sollen. Sie gilt als die mächtigste Mafia-Organisation in Europa - spezialisiert auf Drogenhandel und illegale Giftmüll-Entsorgung.

Der leitende Staatsanwalt Nicola Gratteri meint, ein einheitliches Justizsystem in Europa werde dringend benötigt, weil die italienische Mafia auch in Nord- und Osteuropa präsent sei, um Kokain zu verkaufen und vor allem, um Geld zu waschen. Dabei profitiere sie von den Justizsystemen in Ländern, in denen es keinen politischen Willen gebe, Geldwäsche zu bekämpfen.

Auf Twitter teilt der sogenannte "Mafia-Jäger" Nicola Gratteri einen Artikel der TIMES. Er ist der federführende Beamte hinter dem historischen Ndrangheta-Prozess, der voraussichtlich mindestens ein Jahr dauern soll.

Die Corona-Regeln machen das Verfahren in einem extra für den Prozess hergerichteten Gebäude in Kalabrien noch komplizierter.

Der Prozess konzentriert sich nach Festnahmen im Jahr 2019 auf den Mancuso-Clan, dessen Mitglieder teils wie Eremiten in den Bergen lebten. die aber große Teile der Wirtschaft in Kalabrien kontrollieren.