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Impfkampagne in Frankreich soll beschleunigt werden

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Impfkampagne in Frankreich soll beschleunigt werden
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Als Teil der Regierungsstrategie, die Impfkampagne in Frankreich zu beschleunigen und seine europäischen Nachbarn einzuholen, haben Angehörige der Gesundheitsberufe, die über 50 Jahre alt sind und/oder das Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, sich impfen lassen. Für sie wurde ein spezielles Impfzentrum eingerichtet.

Monate des Wartens für einen kleinen Piks: In Lyon hat sich diese über 50 Jahre alte Allergikerin in einem der vier Impfzentren impfen lassen, die vor einer Woche eingerichtet wurden: "Ich tue das für meine Patienten und für mich und meine Familie und Freunde. Aber natürlich trage ich weiterhin eine Maske, weil ich das Virus übertragen kann", so Véronique Boissonet.

Die Pflegerin will ihren jüngeren Kollegen als Vorbild dienen. 300 Mitarbeiter im Gesundheitswesen wurden in Frankreichs drittgrößter Stadt bereits geimpft: "Es gibt immer noch Ärzte und Krankenschwestern, die gerade auf den Intensivstationen Covid-19 ausgesetzt sind. Sie sind unter 50 Jahre alt, aber sie müssen gesund bleiben", so Boissonet.

Schleppende Impfkampagne in Frankreich

Fachkräfte im Gesundheitswesen, die älter als 50 Jahre sind, sollten eigentlich erst Ende Januar geimpft werden, nach den Bewohnern und dem Personal von Altenheimen. Doch die französische Regierung reagiert auf die Kritik an der schleppend angelaufenen Impfkampagne. Noch immer hinkt Frankreich seinen europäischen Nachbarn hinterher. Der Impfung geht ein Arzttermin voraus.

Claudine Pasquet-Wolckmann, Arbeitsmedizinerin im Croix-Rousse-Krankenhaus in Lyon, erzählt: "Pflegekräfte rufen uns mit Fragen an und wir nehmen uns Zeit, sie zu beantworten: Ich bin allergisch gegen bestimmte Produkte, ist es sicher für mich; ich hatte bereits Covid-19, wann sollte ich mich impfen lassen?"

Logistik wird gefordert

Die Impfstoffdosen werden in der Apotheke des Krankenhauses gelagert und je nach Tagesbedarf geliefert: "Viele Leute kommen zum Impfen, uns gehen die Impfdosen aus also rufe ich die Apotheke an", meint eine Mitarbeiterin.

Die Pandemie ist in Frankreich noch lange nicht unter Kontrolle. In Lyon wurde ein spezielles Impfzentrum eingerichtet. Dort können sich Krankenschwestern, die Patienten zu Hause betreuen, Apotheker und niedergelassene Ärzte impfen lassen.

Auch diese 66-jährige Apothekerin geht mit gutem Beispiel voran. Selbst geimpft hofft sie, auch die Zögerlichen zu überzeugen, die sie täglich trifft: "Manche Leute sagen, dass wir manipuliert werden, manche gehen sogar noch weiter und sagen, dass alles gefälscht ist. Ich sage, wer die Möglichkeit hat, sollte sich impfen lassen", so Claire Neel.

Impfgegner sind in der Minderheit

Eine Minderheit des medizinischen Personals steht dem in Rekordzeit entwickelten Impfstoff skeptisch gegenüber, Professor Christian Chidiac, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Croix-Rousse Krankenhaus:

"Die Debatte über die Geschwindigkeit der Impfstoffentwicklung kann man beenden. Alle Studien sind ordnungsgemäß durchgeführt worden: 44.000 Patienten für die Pfizer/BioNTech-Studie, 33.000 für Moderna. Was beschleunigt wurde, war nur der administrative und bürokratische Prozess. Im Moment läuft alles gut. Natürlich wissen wir nicht, was in 5 Jahren mit den Geimpften passieren wird, aber das ist bei jedem neuen Medikament so!"

Bis jetzt wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet, sagte die französische nationale Medizinbehörde am 8. Januar. Die nächste Phase der Impfung wird am 18. Januar beginnen: Dann können sich über 75 Jahre alte Menschen aus Pflegeheimen impfen lassen, was in Großbritannien und Italien bereits geschehen ist.