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Protests Yangon

Sicherheitskräfte haben in Myanmar Augenzeugen zufolge erneut mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen und mehr als ein halbes Dutzend Menschen getötet. Viele wurden mit gezielten Kopfschüssen niedergestreckt.

Lokale Medien und Beobachter sprechen von landesweit mindestens zehn Opfern. Die Zahl konnte aber nicht unabhängig verifiziert werden. Polizei und Militär gehen seit Wochen mit zunehmender Brutalität gegen die Bevölkerung vor.

Seit dem Putsch des Militärs Anfang Februar gibt es in dem südostasiatischen Land täglich Massenproteste gegen die Generäle. Die Demonstranten fordern die Freilassung der entmachteten und festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie die Wiedereinsetzung ihrer gewählten Regierung.

Die Armee schlägt die Proteste mit immer größerer Härte nieder. Dutzende Menschen wurden bereits getötet, Tausende festgenommen. Internationale Appelle und Sanktionen zeigten bisher keine Wirkung.

Der Sprecher der Junta, Zaw Min Tun, deutete bei einer Pressekonferenz an, dass es neue Vorwürfe gegen Suu Kyi geben könnte, möglicherweise wegen Korruption. Er sprach bei der im staatlichen Fernsehen übertragenen Veranstaltung von 600 000 Dollar und Goldbarren, die ein Regionalminister der Politikerin gegeben haben soll.

Die 75-Jährige, die im Hausarrest sitzt, wird von der Justiz bereits mehrerer Vergehen beschuldigt, darunter Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze und das Katastrophenschutzgesetz.