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Demonstrationen in Myanmar - Blutige Tränen als Protest

Etwa hundert Demonstranten protestieren in Myanmars Hauptstadt Yangon auf besondere Art und Weise gegen die Militärjunta. Mit roter Schminke haben sie sich blutige Tränen aufgemalt. "Wir studieren, wir machen unsere Arbeit, aber sie behandeln uns wie Kriminelle, so ein Demonstrant.

Angesichts der anhaltenden Militärgewalt in Myanmar hat unterdessen die UN-Sondergesandte Christine Schraner Burgener den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eindringlich zum Handeln aufgefordert.

Ein Zögern des mächtigsten UN-Gremiums hätte eine weitere Verschlechterung der Lage in dem südostasiatischen Land zur Folge, sagte die Schweizer Diplomatin bei einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York. Zugleich warnte sie: "Ein Blutbad steht unmittelbar bevor". Es gebe eine beispiellose Gefahr für einen Bürgerkrieg.

Die Oberbefehlshaber schienen fest entschlossen, ihre Stellung mit Gewalt zu sichern, so die Sondergesandte für das ehemalige Birma weiter. Der Sicherheitsrat tagte bereits mehrere Male angesichts der exzessiven Gewalt des Militärs gegen die Protestierenden im ganzen Land. Nach einem früheren Treffen hatte das Gremium das Vorgehen der Armee verurteilt, einfluss auf deren brutales Vorgehen hatte das aber offensichtlich nicht.

In Myanmar hatte die Militärgewalt am Wochenende bei landesweiten Protesten mit mehr als 100 Toten einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Vereinten Nationen bezeichneten den Samstag als blutigsten Tag seit dem Militärputsch gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi vom 1. Februar.

Insgesamt wurden schon mehr als 500 Menschen getötet, darunter auch mehrere Kinder und Jugendliche.