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Wahlen im Iran: Angst vor dem Absturz in die Armut

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Von Anelise Borges
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Afshin und Maryam, ein modernes Paar im Iran, in Teheran. Schon seit 13 Jahren sind sie zusammen. Die beiden verstehen sich, ihr Traum von einem guten Leben, einer Zukunft im Iran aber ist der bitteren Erkenntnis gewichen, wirtschaftlich keine Perspektive zu haben. Es geht ihnen gut, verglichen mit vielen anderen, die langsam in Richtung Armut abrutschen.

Wir können wir keine Pläne für die Zukunft machen. Vor zwei Jahren wollte ich ein Haus kaufen. Ich habe mein Gehalt genommen, und dazu brauchte ich einen Kredit von der Regierung. Und dann stieg die Inflationsrate um das Achtfache.
Afshin Shafiei
Inneneinrichter

Die Arbeitslosigkeit steigt, inzwischen liegt sie bei 20 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung. Und was Inflation bedeutet, lernt man am einfachsten im Laden um die Ecke. Vor zwei Jahren kostete eine Flasche Milch etwa 500 Toman. Dieselbe Flasche Milch kostet jetzt 140.000 Rial oder 14.000 Toman.

Der Toman war bis 1925 die offizielle Währung im Iran. Als Toman werden heute im Iran je nach Bezug zehn, zehntausend oder sogar zehn Millionen iranische Rial bezeichnet.

In den letzten zehn Jahren haben die immer wiederkehrenden Sanktionen den iranischen Rial auf ein historisches Tief abstürzen lassen. Mehr als 4 Millionen Menschen sind in die Armut abgerutscht.

39% soll die Inflationsrate dieses Jahr erreichen, das Thema für den iranischen Präsidentschaftswahlkampf ist gesetzt durch die Ängste und Sorgen vor explodierenden Preisen und Verfall der Währung. Wer auch immer die Präsidentschaft gewinnt, hat die wenig beneidenswerte Aufgabe, in Ordnung zu bringen, was jeder hier für das größte Problem des Irans hält.

Auf einer Skala von eins bis zehn... wie groß ist die Herausforderung, die Wirtschaft in Ordnung zu bringen?

Anelise Borges, euronews

11, Mission impossible, unmöglich. Wenn die Regierung einfach aufhören würde, sich bei den Preisen und den Marktregeln einzumischen, allein das würde schon helfen.

Ashkan Bahrami Aussenhandelsexperte

Schwindende Staatsreserven, laufende und drohende Sanktionen - Irans nächster Präsident wird zuerst das Vertrauen der eigenen Bevölkerung wiederherstellen müssen, bevor er Investitionen anlocken und einen Weg zur Erholung der Wirtschaft finden kann.