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Wohl und Wehe der Künstlichen Intelligenz

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Von euronews
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Wohl und Wehe der Künstlichen Intelligenz
Copyright  CHRIS DELMAS/AFP
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Personalabteilungen weltweit setzen verstärkt auf so genannte "künstliche Intelligenz" - beispielsweise bei der Vorauswahl von Kandidaten, Steuerung von Arbeitsabläufen und Produktionsprozessen... und bei der Organisation von Home-Office-Aufgaben. Eine jetzt veröffentlichte Studie aus den USA zeigt, dass bereits über die Hälfte aller amerikanischen Personalchefs als "intelligent" bezeichnete Maschinen und Algorithmen im Arbeitsalltag verwenden.

Das ist nicht unumstritten. Zwar könnten durch das maschinelle "Ausschalten" menschlicher Faktoren Diskriminierungen (beispielsweise bei der Kandidatenauswahl für Bewerbungsgespräche) vermieden werden, doch ausgeschlossen werden könnten Maschinenfehler nicht, meint Isabelle Schoemann vom Europäischen Gewerkschaftsbund, denn:

"Diese Algorithmen können bestimmte Merkmale identifizieren, anhand derer erkennbar ist, dass es sich um die Bewerbung einer Frau handelt. Es gibt auch keine Garantie, dass beim Programmiervorgang eines Algorithmus Diskriminierungen am Arbeitsplatz verhindert werden. Beispielsweise wenn es darum geht, die Leistung am Arbeitsplatz zu bewerten."

Kein Big Brother im Home Office

Einerseits hat die Pandemie Arbeit von zu Hause zur Routine werden lassen und die Technik hat sich in dieser Hinsicht enorm weiterentwickelt. Doch es gibt auch Schattenseiten, sagt Isabelle Schoemann:

"Algorithmen haben ihren Weg auch ins Home-Office gefunden, sie werden verwendet, um nachzuverfolgen, wie die Arbeiter zu Hause arbeiten, wie lange sie arbeiten, wann die Tastatur das letzte Mal berührt wurde, teilweise geht es sogar um die Verwendung biometrischer Daten, das ist völlig inakzeptabel. Wir wollen keinen Big Brother im Home Office. Wir nennen das unzulässige Überwachung."

Beunruhigte Abgeordnete fordern Gesetzesinitiative

Die zunehmende Kontrolle von Arbeitern und Angestellten durch sogenannte künstliche Intelligenz beunruhigt etliche Abgeordnete im Europaparlament, beispielsweise Peter Vitanov von den Sozialistendemokraten:

“Wir müssen uns auch um Sicherheitsfragen kümmern. Aber wir werden keine Beeinträchtigung der Menschenrechte akzeptieren. Wir brauchen ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz, Schutz der Privatsphäre, Meinungsfreiheit einerseits - und Belange der öffentlichen Sicherheit andererseits. Die rote Linie läuft irgendwo dazwischen - und wir müssen das alles richtig austarieren."

In Staaten mit Demokratiedefiziten, wie China, bestimmt sogenannte künstliche Intelligenz bereits den Alltag. EU-Kommission und Europaparlament suchen derzeit noch nach dem richtigen Weg: digitaler Fortschritt soll vorangetrieben, Missbrauch verhindert werden.