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Ansteckungsgefahr in Notunterkünften: Angst vor Corona-Ausbruch in Hochwassergebieten

Von Euronews mit dpa, afp
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Bewohner von Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bewohner von Bad Neuenahr-Ahrweiler   -   Copyright  Bram Janssen/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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In den meisten Gebieten in Westdeutschland ist die Gefahr vor neuen Überflutungen gebannt. Dafür macht sich jetzt eine andere Sorge breit - die vor einem Corona-Ausbruch.

Seit Tagen stehen die Menschen zusammen, helfen sich gegenseitig, packen mit an. Abstand halten ist da kaum möglich - genau wie in den Notunterkünften.

„Es kommen viele auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen", sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. In Nordrhein-Westfalen beugen die Behörden ebenfalls vor. „Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von SARS-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln“, äußerte das Gesundheitsministerium des bevölkerungsreichsten deutschen Bundeslandes gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Sehen Sie hier den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin im Überschwemmungsgebiet:

Wiederaufbau der Infrastruktur kann Monate dauern

Mit dem Verteilen von Masken, Tests und einer großen Sonderimpfaktion wollen die Behörden das Schlimmste verhindern. Denn die Überschwemmungen haben in den Krisengebieten große Teile der Infrastruktur zerstört. Auch medizinische Einrichtungen wie Arztpraxen oder Impfzentren sind betroffen.

Im Ahrtal etwa muss die Gasversorgung in mehreren Gebieten wiederhergestellt werden. Das ist nicht alles: In anderen Bereichen sind Verkehrswege nach dem Hochwasser nicht mehr nutzbar, die Trinkwasserversorgung muss teils repariert werden. Nach Aussage von Hendrik Wüst, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, muss mit monatelangen Arbeiten gerechnet werden, um das beschädigte Straßen -und Schienennetz wieder in Stand zu setzen. „Nach den starken Regenfällen in der letzten Woche kommt es nach wie vor zu landesweiten Sperrungen auf Bundes- und Landesstraßen“, meldet der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen.

Suche nach Vermissten: Allein 15 000 Anrufe bei Polizei Koblenz

Nach dem Hochwasser, das in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen insgesamt mindestens 160 Menschen das Leben gekostet hat, werden immer noch viele Personen vermisst. Die Polizei Koblenz meldete, es seien bisher rund 15 000 Anrufe in Bezug auf die Suche nach Vermissten eingegangen.

Warnung vor Betrügereien

Die Polizei warnt vor Betrügereien im Zusammenhang mit dem Hochwasser. So werde unter anderem Ware mit Hilfe von Scheinläden im Internet angeboten. Diese Methode stelle sich als Abzocke heraus. Die Polizei rät unter anderem, auf Spontankäufe zu verzichten und sich vor Einkäufen über die Handeltreibenden zu informieren, um herauszufinden, ob es sich um tatsächliche oder nur scheinbare Angebote handelt.