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25.000 m² Stoff: Christos Verpackung des Arc de Triomphe in Paris

Fertig ist das Kunstwerk noch lange nicht. Aber die Arbeiten am Triumphbogen an den Champs Elysées in Paris werden jetzt Tag und Nacht fortgesetzt - bis die 25.000 Quadratmeter Stoff über das Bauwerk verteilt sind.

Mehrere hundert Quadratmeter recycelbares, blau-silbernes Polypropylen-Gewebe, das sich bei Wind und Wetter leicht bewegen soll, wurden am Sonntag auf einer Seite des Arc de Triomphe ausgerollt, um die letzte Phase der Verpackung des Pariser Monuments einzuleiten.

Vom 18. September bis zum 3. Oktober wird der Traum des im Mai 2020 verstorbenen Christo und seiner Frau Jeanne-Claude wahr: Der 50 Meter hohe Triumphbogen verwandelt sich dann vollständig in ein gigantisches Geschenkpaket, das von 3.000 Metern rotem Seil zusammengehalten wird.

Doch unumstritten ist das Kunstwerk - das ein Neffe von Christo realisiert - nicht. In einem am Samstag in der Tageszeitung Le Monde veröffentlichten Kommentar forderte der einst mit Christo befreundete Architekt Carlo Ratti ein Ende der "Ästhetik der verschwenderischen Verpackung".

"Ich schlage vor, den Arc de Triomphe nicht mehr zu verhüllen, sowohl aus ökologischen als auch aus intellektuellen Gründen. Können wir es uns mit Blick auf die Umwelt leisten, 25 000 m2 Stoff für die Verpackung eines Denkmals zu verschwenden? Die Modeindustrie ist für 10 % der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich", meint Carlo Ratti.

1985 hatte Christo den Pont-Neuf in Paris verpackt, ein Ereignis, das viele in Frankreich nicht vergessen haben.