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Naturtrip mit Geigerzähler: Radler erkunden Sperrzone von Tschernobyl

Tschernobyl ist nicht unbedingt der Ort, den man mit einer landschaftlich reizvollen Radtour in Verbindung bringen würde.

Doch 35 Jahre nach der Nuklearkatastrophe hat die Sperrzone einen ganz besonderen Reiz zu bieten: unberührte Natur - und Nervenkitzel.

Das mehr als 30 Kilometer große Gebiet ist immer noch mit beunruhigenden Warnschildern für übersät. Ausflüge sind nur mit einem zertifizierten Führer möglich - in diesem Jahr erstmals auch per Fahrrad.

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Reiseführerin Natali TulyulyukAP Photo
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Radfahren ist etwas Neues und Vielfältiges

"Die Verwaltung der Sperrzone möchte den Tourismus auf eine andere Weise darstellen", sagt Reiseführerin Natali Tulyulyuk. "Bislang gab es nur Bus- oder Autoausflüge. Radfahren ist etwas Neues und Vielfältiges." Sie hofft, dass die Touristen das Gebiet in einem neuen Licht sehen werden.

In der Tat: Während die Gruppe durch das riesige Ödland fährt und an verschiedenen verfallenen Häusern Halt macht sind Spuren der Tragödie aus erster Hand zu spüren.

Die Touristen interessieren sich auch dafür, wie sich das Gebiet im Laufe der Zeit verändert.

Am 26. April beging die Ukraine den 35. Jahrestag der Katastrophe von 1986. Die Regierung plant, für die Eintragung Tschernobyls als UNESCO-Welterbe zu werben.

Essen und trinken ist verboten

Schon klar, warum diese Radtour ziemlich einzigartig ist, aber ist sie auch sicher?

"Diese Route wurde auf Strahlungswerte überprüft", meint Natali. "Außerdem müssen die Besucher Regeln beachten, zum Beispiel sollte die Kleidung den ganzen Körper bedecken. Wir dürfen auch nicht von der Route abweichen."

Auch essen und trinken ist verboten. Am Ende ihrer Tour werden die Radfahrer auf ihre Strahlungswerte untersucht, bevor sie die Zone verlassen.