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Papst reagiert auf Bericht über Missbrauch in Frankreich

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Von Andrea Büring
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Papst reagiert auf Bericht über Missbrauch in Frankreich
Copyright  AP / Michel Spingler

Im Skandal um sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche in Frankreich hat Papst Franziskus den Opfern sein Bedauern ausgesprochen. Der Pontifex lobte sie für ihren Mut, die Täter zu melden. Hintergrund ist ein unabhängiger Bericht, wonach in Frankreich seit 1950 bis zu 330.000 Minderjährige Tausenden Kirchenvertretern zum Opfer fielen.

Olivier de Germay, der Erzbischof von Lyon, sagte, "ich bin schockiert, angewidert und wütend. Die Opfer, die ich treffen durfte, haben mir die Augen geöffnet für ihr Trauma angesichts dieser abscheulichen Handlungen. Ich schäme mich für diese unausprechlichen Taten und für die Weise, wie sie in der Kirche gehändelt wurden."

Diese schrecklichen Zahlen zeigen, dass die Kirche damit gescheitert ist, diese Fälle intern zu aufklären.
Olivier de Germay
Erzbischof von Lyon

Der Bericht spricht angesichts der Greueltaten von systematischem Vertuschen und Schweigen in der katholischen Kirche - für viele Opfer noch schlimmer als die eigentliche Tat.

André Poulaud, der als Zwölfjähriger missbraucht wurde, sagte, "es hätte nicht geschehen dürfen und niemand sagte was. Es war das Schweigen, dass mich fertig machte."

Als Dreijährige wurde Nanou Couturier erstmals missbraucht. Die Übergriffe dauerten an, bis sie 13 Jahre alt wurde. "Zum ersten Mal nimmt man uns dank der Untersuchung ernst. Wir existieren endlich. Das tut gut", sagte sie.

Für Empörung sorgte bereits der Film des französischen Regisseurs François Ozon "Gelobt sei Gott" über sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche von Lyon. Er handelt von drei Pfadfindern, die vom Geistlichen Bernard Preynat missbraucht wurden. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten.