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Frankfurt hat die weltweit größte Gefahr einer Immobilienblase

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Von Euronews mit dpa
Frankfurt
Frankfurt   -   Copyright  Boris Roessler/(c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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In Frankfurt am Main sei der Markt für Wohnimmobilien derart überhitzt, dass eine Blase drohe. Laut einer Studie hat die Mainmetropole das weltweit höchste Blasenrisiko, noch vor London, New York und Vancouver.

Günstige Kredite und eine hohe Nachfrage haben die Preise für Immobilien in den Ballungsräumen in die Höhe getrieben. Das Finanzzentrum am Main liegt in einer Studie der Schweizer Großbank UBS vor Toronto, Hongkong und München, wie das Geldhaus am Mittwoch berichtete. Dafür wurde ein Zeitraum von Mitte 2020 bis Mitte 2021 untersuchtc. UBS-Chefanlagestratege Maximilian Kunkel rät Investoren, derzeit Vorsicht walten zu lassen.

Drang in die Vororte zu beobachten, überall

Die realen - also inflationsbereinigten - Wohnungspreise seien in Frankfurt seit 2016 jährlich um 10 Prozent gestiegen. Die Mieten seien jedes Jahr um annähernd 3 Prozent geklettert, stellten die Immobilienexperten fest. Günstige Kredite hätten zur Finanzierung spekulativer Mietprojekte geführt.

Wie auf den meisten anderen Immobilienmärkten zeichnet sich in der Corona-Krise aber auch in Frankfurt ein Wandel ab. Angesichts des immer unerschwinglicher werdenden Wohnraums und der neuen Möglichkeiten zum flexiblen Arbeiten sei das Bevölkerungswachstum in der Stadt vorerst zum Stillstand gekommen. "Der Drang in die Vororte ist auch am Main zu beobachten", stellt UBS fest.

Auch Wandel in München - Mieten lassen nach

Nicht nur in Frankfurt, auch in München zeichnet sich ein Wandel und ein starkes Risiko einer Blasenbildung ab, sagen die Experten. In München sei das Preiswachstum in der Stadt zum Stillstand gekommen, und es habe sogar eine leichte Mietpreiskorrektur gegeben. Das Wachstum finde zunehmend in den Vororten statt.

Das gelte auch global, heißt es in der Studie. "Das Leben in der Stadt hat nach den Lockdowns an Attraktivität eingebüßt. Die Wirtschaftstätigkeit hat sich teilweise von den Stadtzentren hinaus in Randbezirke und Satellitenstädte verlagert - und mit ihr die Nachfrage nach Wohneigentum." Erstmals seit Beginn der 90er Jahre seien von Mitte 2020 bis Mitte 2021 die Preise außerhalb der Städte schneller gestiegen als innerhalb. Diese Entwicklung zugunsten weniger urbaner Räume werde sich fortsetzen.

"Fairer" Immobilienmarkt in Madrid, Mailand und Warschau

Die Bank errechnete in ihrem "Global Real Estate Bubble Index 2021" für Frankfurt und München im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Werte von 2,16 und 1,84 - bei mehr als 1,5 Punkten bestehe ein Blasenrisiko. Damit liegen sie vor London oder New York. Als deutlich überhitzt mit Werten jenseits von 1,5 Punkten gelten demnach auch Vancouver, Toronto, Paris, Amsterdam, Stockholm, Zürich und Hongkong. Als "fair bewertet" wurden Immobilien in Madrid, Mailand und Warschau eingestuft.

Als Immobilienblase definiert die UBS eine starke und anhaltende Abweichung des Preisniveaus von Fundamentaldaten - etwa Einkommen, Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswanderung. Betrachtet man jedoch, wie viel von ihrem Einkommen qualifizierte Arbeitnehmer für eine zentrumsnahe 60-Quadratmeter-Wohnung ausgeben müssen, stehen Frankfurt und München weit hinter Tokio, Hongkong, London und Paris.

Die UBS berechnet den Bubble Index jährlich als Durchschnitt aus gewichteten standardisierten Indikatoren mittels einer Faktoranalyse. In die Berechnung fließen ein: Wohnungspreise gemessen an Bruttoeinkommen und Mieten, Wohnungspreisindex in Städten gemessen am Wohnungspreisindex in Ländern, Hypothekenvolumen und Häuserbau gemessen an der Wirtschaftsleistung. Andere deutsche Städte wurden nicht betrachtet.