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Nach U-Boot-Streit: Australien will wieder Handel mit der EU

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Von Shona Murray  & Euronews
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US-U-Boot
US-U-Boot   -   Copyright  Amanda Gray/Public Domain

Die Handelsgespräche zwischen der Europäischen Union und Australien sind wegen eines Streits zwischen Australien und Frankreich über einen 34 Milliarden Euro schweren U-Boot-Vertrag zunächst auf Eis gelegt.

Australiens Handelsminister Dan Tehan ist nach Brüssel gekommen, um auf eine Wiederaufnahme der Gespräche zu drängen.

"Wir verstehen die Enttäuschung Frankreichs"

Im Euronews-Interview erwähnt der konservative Politiker, dass die von Großbritannien und den USA gebauten atomgetriebenen U-Boote besser geeignet seien: "Wir verstehen die Enttäuschung Frankreichs. Wir wollen uns mit ihnen zusammensetzen und ihnen gerne zu verstehen geben, warum wir diese Entscheidung getroffen haben. Wir werden diese Diskussionen fortsetzen. Natürlich ist die Indo-Pazifik-Region eine ganz andere, als zu dem Zeitpunkt, als wir den Vertrag über die französischen U-Boote abgeschlossen haben."

Auf Seiten der EU konnte man die Enttäuschung Frankreichs verstehen. Mittlerweile hat sich die Situation wieder etwas entspannt: Frankreich hat seinen abberufenen Botschafter wieder nach Australien zurückbeordert.

MdEP Bernd Lange wirbt für Vertrauen

In Brüssel ist man bereit, die Gespräche über ein Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen. Bernd Lange, SPD-Europaabgeordneter und Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, warnt allerdings, dass bei einem Handelsabkommen Vertrauen sehr wichtig sei.

Tatsächlich ist durch das Aukus-Bündnis und das U-Boot-Geschäft mit den USA viel Vertrauen verloren gegangen. Und deshalb haben wir wohl auch den Verhandlungsprozess verschoben.
Fragen zu Verbraucherschutzstandards, Arbeitsrechten, Umweltstandards und zu Klimaschutzverpflichtungen basieren auf Vertrauen.
Bernd Lange
Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europarlament

Auch Themen wie Standards in der Landwirtschaft, bei Tierrechten und in der Weinindustrie sind zentrale Streitpunkte.