euronews_icons_loading
Stirbt das Tote Meer?

In der Blütezeit des Schwefel-Heilbades "Ein Gedi Spa" in Israel konnten Urlauber sich in den 1960er Jahren in beheizten Pools aalen und dann ins salzige Tote Meer gleiten. Jetzt ist der Strand von Kratern durchlöchert, das Tote Meer drei Kilometer weg. Der Salz-See hat seit 1960 ein Drittel seiner Oberfläche verloren, weil nur noch gut ein Viertel des vor knapp 100 Jahren üblichen Frischwassers ankommt. Der palmenreiche Strandabschnitt im Spa musste geschlossen werden - wie auch der Campingplatz, einst am Ufer gelegen, und ein Strandrestaurant. Dem ökologischen Desaster fielen Mango- und Dattelplantagen zum Opfer. Die Absenkung des Meeresspiegels führte zu massiven Einstürzen von Hohlräumen (Sinkholes).

Wie geht es weiter mit dem "am tiefsten gelegene See der Erde" (420 Meter unter dem Meeresspiegel, nach geschätzt 250 Metern zu biblischen Zeiten)? Ein ökologisch umstrittener, 300 km langer und fünf Milliarden US-Dollar teurer Kanal soll vom Roten Meer Wasser liefern. Alison Ron, Einwohnerin von Ein Gedi, ist skeptisch: "Es ist schrecklich zu sehen, wie etwas verschwindet, mit dem man aufgewachsen ist".

su mit AFP