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"Die Arbeit ist nicht getan": Boris Johnson will konsequente Verhandlungen

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Von Euronews  mit dpa
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Britischer Premierminister Boris Johnson
Britischer Premierminister Boris Johnson   -   Copyright  Alberto Pezzali/AP Photo

Eine gewisse Erleichterung war den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Weltklimakonferenz COP26 anzumerken. Nach den ersten 48 Stunden des zwölftägigen Gipfels in Glasgow gaben die Staats- und Regierungschefs der Welt eine Fülle von Ankündigungen bekannt, die den Eindruck eines Fortschritts vermitteln.

Mehr als 100 Staaten verpflichteten sich, spätestens bis 2030 die Zerstörung von Wäldern und anderen wertvollen Ökosystemen zu stoppen. Die beteiligten Länder verfügen über 85 Prozent der weltweiten Waldfläche, also etwa 34 Millionen Quadratkilometer, wie die britische COP26-Präsidentschaft bekanntgab.

Ebenfalls mehr als 100 Staaten kündigten an, ihre Methan-Emissionen bis 2030 um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu 2020 zu senken.

Der britische Premierminister Boris Johnson lobte erste Erfolge, warnte aber vor voreiligem Optimismus. "Wir müssen uns vor falschen Hoffnungen hüten und dürfen nicht denken, dass die Arbeit getan ist, denn das ist sie nicht. Es ist noch ein sehr langer Weg. Meine Botschaft an die Verhandlungsführer ist sehr einfach", sagte der Premier.

Johnson sagte weiter, dass die Augen der Welt auf die Staats- und Regierungschefs der Welt gerichtet seien. Die Augen der britischen Regierung und aller anderen Regierungen, denen das Thema am Herzen lege, seien auf die Verhandlungen gerichtet.

Und es sind die sogenannten Sherpas, die nun damit beginnen werden, die mühsamen Details eines Abkommens auszuarbeiten und die Mitglieder der Vereinten Nationen davon zu überzeugen, die Klimazusagen zu unterstützen.

Auch Umweltschützer verlangen klare Maßnahmen. Hunderte Aktivist:innen, Mitglieder der Organisation Extinction Rebellion und anderer Gruppen, versammelten sich am Dienstagabend vor dem Gelände der Klimakonferenz und forderten mit Sitzblockaden, Bannern und Sprechchören die Verantwortlichen auf, geeignete Maßnahmen zur Abwendung der drohenden Klimakatastrophe zu ergreifen.

"Beendet den Klima-Betrug", appellierten mehrere Demonstrierende, zu denen auch die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer gehörte, in Form einer Botschaft aus in den Händen gehaltenen Leuchtbuchstaben.

Bei der UN-Weltklimakonferenz ringen rund 200 Staaten über zwei Wochen hinweg darum, wie das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, noch erreicht werden kann. Die derzeitigen Pläne der Staaten reichen bei weitem nicht aus, um die verheerende Folgen einer deutlich stärkeren Erderhitzung abzuwenden.