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Eskalation in Äthiopien - Rebellen stehen kurz vor Addis Abeba

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Von Euronews  mit dpa
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Eskalation in Äthiopien - Rebellen stehen kurz vor Addis Abeba
Copyright  Gemunu Amarasinghe/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.

Der Konflikt zwischen der äthiopischen Regierung und den Rebellen aus Tigray in Norden des Landes hat sich deutlich verschärft. Die Rebellen sollen schon kurz vor der Hauptstadt Addis Abeba stehen. Der UN-Sicherheitsrat fordert ein Ende der Gewalt.

Seit einem Jahr dauert der blutiger Konflikt an. Am Dienstag hatte die Regierung des Ausnahmezustand ausgerufen. Die Rebellen wollen Ministerpräsident Abiy Ahmed stützen, notfalls auch gewaltsam.

Die Rebellengruppe TPLF hatte sich zuletzt mit anderen bewaffneten Gruppen und Oppositionellen zusammen getan, unter anderem mit der Oromo Liberation Army (OLA). Zusammen rücken sie jetzt aus dem Norden vor und übernehmen die Kontrolle über strategisch wichtige Straßen und Versorgungsrouten. Berichten zufolge versuchen die Milizen, die Versorgungsroute vom Hafen im Nachbarland Dschibuti nach Addis Abeba zu kappen.

Die 15 Ratsmitglieder des UN-Sicherheitsrats äußerten sich tief besorgt über die Lage und forderten einen Waffenstillstand."Die Mitglieder des Sicherheitsrates rufen dazu auf, auf hetzerische Hassreden und Aufstachelung zu Gewalt und Spaltung zu verzichten", sagte der Präsident des UN-Gremiums, Juan Ramón de la Fuente.

Man fordere die Parteien zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts auf, um einen sicheren und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten, sagte de la Fuente.

Die humanitäre Lage in Äthiopien ist desaströs: Zwölf Monate nach Beginn des Konflikts sind inzwischen etwa 400.000 Menschen im Norden akut vom Hungertod bedroht. Die Vereinten Nationen können eigenen Angaben zufolge nur einen Bruchteil der benötigten humanitären Hilfe zu den Notleidenden bringen.

Der militärische Konflikt begann vor rund einem Jahr, als Ministerpräsident Abiy Ahmed begann, die in der Tigray-Region an der Macht befindliche TPLF zu verdrängen. Sie dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Von den Top-Kommandeuren der äthiopischen Armee kamen sehr viele aus Tigray. Viele von ihnen wechselten nach Ausbruch des Konfliktes die Seiten und sind jetzt TPLF-Kommandeure. Die gut ausgebildeten Kämpfer der Rebellengruppe sind praktisch seit Juli auf dem Vormarsch.