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Knietief im Klima-Schlamassel: Starke COP26-Rede von Tuvalu-Minister

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Von Euronews mit AFP
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Außenminister Simon Kofe an einem Strand von Tuvalu bei der Aufzeichnung seiner Rede
Außenminister Simon Kofe an einem Strand von Tuvalu bei der Aufzeichnung seiner Rede   -   Copyright  AFP

Mit einer etwas anderen Ansprache - knietief im Pazifik stehend - hat es der Außenminister von Tuvalu geschafft, noch vor der Ausstrahlung seiner aufgezeichneten Rede beim Klimagipfel COP26 Berühmtheit zu erlangen.

Simon Kofe demonstrierte stellvertretend für die Bevölkerung des pazifischen Inselstaates nordöstlich von Australien eindrucksvoll, wie sich Ohnmacht im Angesicht des Klimawandels anfühlt. "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte", kommentierte die US-Botschaft in Suva.

Im Euronews-Interview erläuterte Kofe die Idee dahinter: "Der Gedanke war, der Spitzenpolitik auf dem Klimagipfel einen Eindruck zu vermitteln, damit sie aus erster Hand erfahren, wie es ist, die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Wir leben in einer vernetzten Welt: Was auf der einen Seite des Globus geschieht, hat Auswirkungen auf uns alle."

Die Eisschmelze in den kältesten Gebieten der Erde hat potenziell verheerende Auswirkungen für Millionen von Menschen, die auf tief liegenden Inseln oder in Küstengebieten leben.

Tuvalu: "Ausbau hat Vorrang"

Kofe äußerte sich im Euronews-Interview auch zu Projekten der Inselgruppe, die aus neun Eilanden und Riffen besteht: "Unsere Inseln auszubauen, hat jetzt Vorrang. In Tuvalu laufen derzeit Projekte zur Landgewinnung. Wir glauben also, dass es Technologien gibt, mit denen wir unsere Inseln retten können. Das gehört zu den vorrangigen Zielen, die wir derzeit verfolgen. Und natürlich arbeiten wir auch an Lösungen für den schlimmsten Fall, nämlich dass wir unseren Grund und Boden verlieren und zur Umsiedlung gezwungen sind."

Mit einer Fläche von 25 Quadratkilometern ist Tuvalu der viertkleinste Staat der Welt. Der geografisch höchste Punkt des rund 11.000 Einwohner zählenden Landes liegt bei fünf Metern.

Regierungen mehrerer Inselstaaten haben die Weltgemeinschaft auf der COP26-Konferenz zu unverzüglichen Handlungen gegen den Klimawandel aufgerufen, weil sie ihre Existenz in Gefahr sehen.