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Trauer um südafrikanischen Ex-Präsidenten de Klerk

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Von Euronews  mit dpa
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Trauer um südafrikanischen Ex-Präsidenten de Klerk
Copyright  MIKE HUTCHINGS/1996 AP

Südafrika trauert um den ehemaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Frederik Willem de Klerk. De Klerk erlag am Donnerstag in Kapstadt mit 85 Jahren seiner Krebserkrankung. Der amtierende südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa würdigte De Klerks politische Leistung.

Er sagte, de Klerk "spielte eine Schlüsselrolle bei der Einführung der Demokratie in unserem Land. Er stand an der Spitze einer Partei, die wegen der Rolle, die sie bei der Durchsetzung der Apartheid spielte, weitgehend diskreditiert war. Aber er hatte den Mut, einen anderen Weg einzuschlagen als die Politik, die seine Partei seit 1948 durchsetzte, und dafür werden wir ihn in Erinnerung behalten."

De Klerk hat im rassistischen Südafrika Karriere gemacht. Er war jahrelang Minister und ein Gewächs des Systems, das er später abschaffte - ähnlich wie sein russischer Zeitgenosse Michail Gorbatschow, der in Moskau Glasnost und Perestroika einleitete.

Mit seinem früheren Erzfeind Nelson Mandela leitete der damalige Präsident das Ende des rassistischen Apartheidsregimes in Südafrika ein. Das Land glich Ende der 80er Jahre einem Pulverfass, war außenpolitisch isoliert und geschwächt wegen internationaler Sanktionen. Angesichts der Proteste der unterdrückten schwarzen Bevölkerung wurde Südafrika zunehmend unregierbar. De Klerk erkannte, dass nur eine radikale Reform Frieden und Stabilität bringen konnte.

Später erklärte er, "ich entschuldige mich uneingeschränkt für den Schmerz und die Verletzung, die Demütigung und den Schaden, den die Apartheid den Schwarzen und Menschen anderer Herkunft in Südafrika zugefügt hat. Erlauben Sie mir, Ihnen mitzuteilen, dass sich meine Ansichten seit Anfang der 80er Jahre völlig geändert haben. Und in meinem tiefsten Herzen habe ich erkannt, dass die Apartheid falsch war."

Eine Kehrtwende, die international große Anerkennung fand. Im Oktober 1993 wurden de Klerk und Mandela gemeinsam für ihren Versöhnungswillen sowie "ihre persönliche Integrität und großen politischen Mut" mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.