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62 Jahre Barbie: die vielfältigste Puppe der Welt

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Von Jane Witherspoon, Sabine Sans
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62 Jahre Barbie: die vielfältigste Puppe der Welt
Copyright  euronews   -   Credit: Dubai

Barbie hat dieses Jahr ihren 62. Geburtstag gefeiert. Die bekannteste und meistverkaufte Puppe der Welt wurde gerade vom Arab Fashion Council in Dubai zur Stilikone des Jahres 2021 gewählt. Mattel erforschte zusammen mit Neurowissenschaftlern der britischen Universität Cardiff, wie Barbie junge Mädchen durch Puppenspiele stärken kann. Ihre Daten haben gezeigt, dass das Spielen mit diesen Puppen zur Entwicklung von Empathie und sozialen Fähigkeiten beitragen kann. Im Interview mit euronews erzählt Kim Culmone, Senior Vice President und Head of Design für Barbie- und Modepuppen bei Mattel, wie sich Barbie im Laufe der Jahre entwickelt hat und auch den Ruf abgelegt hat, jungen Mädchen unrealistische Körpertypen zu vermitteln, um die vielfältigste Puppenlinie der Welt zu werden.

Euronews-Reporterin Jane Witherspoon:
In dieser Interview-Folge haben wir Kim Culmone zu Gast, Senior Vice President und Leiterin der Designabteilung für Barbie und Modepuppen bei Mattel, herzlich willkommen in Dubai. Sie sind hier, um den Fashion Icon Award entgegenzunehmen, der heute Abend vom Arab Fashion Council verliehen wurde. Warum ist Barbie eine solche Modeikone?

Kim Culmone, Senior Vice President und Leiterin der Designabteilung für Barbie und Modepuppen bei Mattel:

Barbie stand schon immer im Zentrum der Mode und Popkultur, das macht sie aus. Sie ist ein Spiegelbild dessen, was in der Welt um uns herum vor sich geht, das ist der Schlüssel zu Barbies Entwicklung. Ihr Erfolg kommt daher, dass sie immer im Zentrum dessen steht, was in der Welt vor sich geht, und Mode ist ein Teil davon.

Auszug aus der Dankesrede von Kim Culmone: Im Namen des weltweiten Barbie-Teams möchte ich mich beim Arab Fashion Council bedanken. Die Auszeichnung ist eine unglaubliche Ehre. Es ist toll, heute Abend in der Gesellschaft solch beeindruckender Talente zu sein. Ein Teil der Beständigkeit dieser Marke, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, ergibt sich aus unserer Fähigkeit, eine Verbindung mit der Kultur sowie wichtige und dauerhafte Beziehungen mit der Mode- und Schönheitsindustrie zu pflegen.

Euronews:

Neben der Preisverleihung und Auszeichnung heute Abend gibt es auch eine Moschino-Modenschau. Barbie hat zu einer großen Kollektion inspiriert, die Jeremy Scott heute Abend präsentiert. Was können wir erwarten?

Kim Culmone:

Das wird Sie beeindrucken. Es ist eine unglaubliche Kollektion. Ich hatte das Glück, mit Jeremy und dem Team in Mailand zu sein, als sie zum ersten Mal präsentiert wurde. Der Modedesigner arbeitet schon sehr lange mit uns zusammen, nämlich seit Barbies 50. Geburtstag, sie war immer eine Inspiration für ihn, und auch er liegt uns sehr am Herzen.

Euronews:

Unglaublich, dass Barbie dieses Jahr 62 Jahre alt wurde. Sie hat einen langen Weg hinter sich.

Kim Culmone:

Sie hat einen sehr langen Weg zurückgelegt. Wie ich schon sagte, der Schlüssel zum Durchhaltevermögen ist die ständige Veränderung und die Sicherstellung, dass wir im Zentrum von allem stehen, was in der Welt passiert.

Euronews:

Sie haben in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftlern viel darüber geforscht, wie Barbie junge Mädchen durch das Puppenspiel stärken kann. Können Sie das näher erläutern?

Kim Culmone:

Ja, das kann ich. An der britischen Universität Cardiff wurde darüber geforscht. Wir wussten schon immer, dass das Spielen mit Puppen die Entwicklung von Kindern fördert. Aber jetzt haben wir Daten, die zeigen, dass es tatsächlich hilft, Empathie und soziale Fähigkeiten zu entwickeln, unabhängig vom Geschlecht, unabhängig davon, ob es sich um Gruppen- oder Einzelspiele handelt. Kinder profitieren vom Spielen mit Puppen wie Barbie.

Euronews:
Barbie war dafür bekannt, dass sie jungen Mädchen unrealistische Körpermaße vorlebt. Wie hat sich das im Laufe der Zeit verändert?

Kim Culmone:

Uns als Marke ist es sehr wichtig, dass wir die Welt widerspiegeln, die Kinder um sich herum sehen, und dazu gehört auch die Puppe selbst. Wir haben viel Zeit damit verbracht, Barbie weiterzuentwickeln. Jetzt ist Barbie die vielfältigste Puppenlinie der Welt, wir haben große Fortschritte gemacht.

Euronews:

Ist es wichtig, bei der Entwicklung dieser Puppen die Welt und die Umgebung der Kinder realistisch zu betrachten?

Kim Culmone:

Die Welt um uns herum zu reflektieren ist entscheidend. Es ist sehr wichtig, dass Menschen und Kinder sich selbst in den Medien, der Kultur und im Spielzeug wiederfinden. So hat Barbie jetzt jede ethnische Zugehörigkeit der Welt. Wir haben mehr als sieben Körpertypen, die wir immer wieder verwenden. Sie sitzt im Rollstuhl, hat eine Gliedmaßenprothese, eine hat Vitiligo. Es gibt jetzt so viele verschiedene Puppen, in denen Kinder sich selbst wiederfinden können.

Euronews:

Seit Kurzem gibt es eine Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Was hat es damit auf sich?

Kim Culmone:

Es geht um mehr als Mode. Barbie hat mehr als zweihundert Berufe ausgeübt. Und was am wichtigsten ist – sie arbeitet auch in Berufen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, besonders in naturwissenschaftlichen Fächern (MINT). Es ist wichtig, Kindern zu zeigen, dass Frauen in allen Bereichen der Wirtschaft, Kunst und Kultur erfolgreich sind. Wir sind sehr stolz auf unsere Partnerschaften und die Puppen, die wir geschaffen haben.

ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti:

Ich glaube, Jungen und Mädchen begeistern sich für Dinge, weil sie sie spannend und lustig finden. Vielleicht entfachen diese Eindrücke einen Funken Leidenschaft im Herzen eines Mädchens, das wäre unglaublich.

Euronews:

Was ist in Ihren Augen wichtig für eine globale Markenkampagne?

Kim Culmone:

Wir sind eine globale Marke, aber es ist auch wichtig, dass wir uns lokal anpassen. Ich bin zum ersten Mal in Dubai, es gibt so viele Möglichkeiten für Barbie im Nahen Osten. Als globale Marke ist es für uns sehr wichtig, Produkte und Linien zu entwickeln, die Menschen in bestimmten Teilen der Welt ansprechen.

Barbie - grenzenloses Potenzial

Euronews:

Ich nehme an, dass Sie sich überall, wo Sie hinkommen, ein wenig von den Orten inspirieren lassen. Was nehmen Sie von Ihrem ersten Besuch im Nahen Osten mit?

Kim Culmone:

Man lässt sich von allem inspirieren. Ich würde sagen, der größte Eindruck, den ich seit meiner Ankunft in Dubai gewonnen habe, ist die unglaubliche Gastfreundschaft. Alle sind so freundlich, es ist bisher eine unglaubliche Reise für mich.

Euronews:

Sie haben in der Textilindustrie angefangen und sind dann in einen US-amerikanischen Großkonzern gewechselt? Sie haben sozusagen auf beiden Seiten gearbeitet. Welchen Rat würden Sie vor allem Frauen geben, die in die Wirtschaft einsteigen wollen?

Kim Culmone:

Man muss es anpacken! Wie bei Barbie geht es bei uns um grenzenloses Potenzial, jede Frau hat grenzenloses Potenzial. Frauen, die bereits im Geschäft sind, sollten andere Frauen dabei unterstützen weiterzukommen. Ich habe in meiner Karriere ein gewisses Maß an Erfolg erreicht. Mir ist es wichtig, die nächste Generation weiblicher Führungskräfte zu inspirieren.

Barbie und die sozialen Medien

Euronews:

Sie haben erlebt, wie sich die Branche in den vergangenen Jahren verändert hat, gerade durch den Einfluss der sozialen Medien. Wie wirken sich die sozialen Medien auf Ihre Branche aus?

Kim Culmone:

Sie haben einen großen Einfluss auf unsere Branche. Barbie hat eine fantastische Präsenz in den sozialen Medien, auch auf YouTube, wo wir ebenfalls Inhalte für Kinder anbieten. Wir müssen dort sein, wo die Verbraucher sind, sowohl für Kinder als auch für Eltern.

Euronews: Wie funktioniert die Forschungs- und Entwicklungsarbeit für Barbie?

Kim Culmone:

Wir haben ein unglaubliches Team für Verbraucherforschung. Wir könnten unsere Arbeit nicht machen, wenn wir nicht Zeit mit Kindern und Eltern verbringen würden. Mein Designteam verbringt mehr Zeit als je zuvor mit Kindern. Alle zwei Wochen gibt es Gruppentreffen, in denen Kinder zusammenkommen und auf unsere Produkte reagieren. Sie haben die Linie gemeinsam mit uns entwickelt.

Barbie stärkt das Selbstvertrauen

Euronews:

Was war für Sie die größte Herausforderung in Ihrer Karriere?

Kim Culmone:

Selbstvertrauen zu haben war wahrscheinlich die größte Herausforderung in meiner Karriere, es ist wichtig für mich, hart daran zu arbeiten, an mich selbst und an die Visionen, die ich habe, zu glauben.

Euronews:

Das ist wirklich interessant, wenn man bedenkt, dass Sie eine Marke entwerfen, bei der es darum geht, junge Mädchen zu stärken.

Kim Culmone:

Es ist manchmal einfacher, andere Menschen zu stärken, als sich selbst. Ich muss also auf Barbies Botschaft hören, was mein eigenes grenzenloses Potenzial angeht.

Euronews: Was ist Ihre liebste Markenkampagne?

Kim Culmone: Das ist schwierig zu beantworten, genauso wie die Frage nach der Lieblingspuppe..

Euronews: Wie ein Lieblingskind?


Kim Culmone:

Genau, ehrlich gesagt liebe ich die Kernbotschaft von Barbie, dass man alles sein kann, was man in der Welt sein möchte.

Euronews:

Sie haben bereits die sozialen Medien, YouTube erwähnt, es gibt die Puppen selbst. Und bald wird es einen Film geben. Können Sie mehr verraten?

Kim Culmone:

Ja, das kann ich. Wir stecken mitten in der Vorproduktion. Wir beabsichtigen, 2022 in Produktion zu gehen und hoffentlich 2023 auf den Markt zu kommen.

Euronews:
Was hält die Zukunft für Barbie bereit?

Kim Culmone:

Die unmittelbare Zukunft besteht darin, das fortzusetzen, was wir bisher getan haben. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir die vielfältigste Puppenserie auf dem Markt sind, aber auch darauf, Barbies Reichweite über den Spielwarenbereich hinaus zu erweitern.