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Klimawandel bedroht Venedig

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Von Euronews
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Klimawandel bedroht Venedig
Copyright  Matteo Tagliapietra/LaPresse

Land unter in der berühmten Lagunenstadt. Die Menschen in Venedig wissen aus Erfahrung, dass starke Winde und das legendäre Acqua Alta zum November dazugehören.

Das schlimmste Hochwasser mit Pegeln von bis zu zwei Metern und starken Winden, die selbst die Ziegel des Markusdoms herunterfegten, suchte die norditalienische Stadt im November 2019 heim. Ein Einschitt für viele Anwohnerinnen und Anwohner.

Der Prokurator des Markusdoms Carlo Alberto Tesserin sagt, "die Wetterbedingungen verschlechtern sich seitdem. In den Novembermonaten können wir mit Sicherheit sagen, dass Überschwemmungen nicht mehr nur gelegentlich vorkommen, sondern sich jeden Tag ereignen."

"Ohne Tourismus stirbt Venedig"

Selbst im gewöhnlich ruhigen August stand der tief gelegene Markusplatz vier- bis fünfmal unter Wasser - für viele ein Zeichen für den fortschreitenden Klimawandel.

Café-Besitzerin Annapaola Lavena beklagt, "das Hochwasser ist ein Phänomen, das immer häufiger auftritt. Es behindert den Handel. Die Stadt lebt von seinen Einnahmen aus dem Handwerk und vom Tourismus. Kommen keine Reisende mehr, stirbt Venedig."

MOSE soll helfen

Um das Hochwasser zu bekämpfen, hat Venedig ein bewegliches System mit Unterwasserbarrikaden namens MOSE eingerichtet. Ein Projekt, das bis zu sechs Milliearden Euro kostete. MOSE kommt bereits bei sehr hohem Hochwasser zum Einsatz, befindet sich aber noch in der Testphase.

Nach dem Jahrhunderthochwasser von 2019 forderte Rom die Lagunenstadt auf, das Unterwassersystem schneller auch bei niedrigerem Hochwasser einzusetzen. Angepeilt ist, das MOSE 2023 auch bei Hochwasser von bis zu 1,10 Meter für Entlastung sorgt.