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35.000 bei Corona-Protest in Wien, Gewalt in Rotterdam

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Von Euronews  mit dpa
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35.000 bei Corona-Protest in Wien, Gewalt in Rotterdam
Copyright  JEFFREY GROENEWEG/AFP

In Österreich haben am Samstag nach Angaben der Polizei etwa 35.000 Menschen gegen die geplanten Corona-Maßnahmen protestiert.Die rechtspopulistische FPÖ, die die Proteste unterstützt, sprach sogar von 100.000 Protestierenden. Die Teilnehmenden kritisierten den ab Montag verfügten Lockdown sowie die ab 2022 geltende Corona-Impflicht als Zwangsmaßnahmen. Immer wieder wurde "Freiheit" skandiert. Auf einem Banner war auch von der Verschwörungstheorie des "Great Reset" zu lesen.

Florian Schroetter/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Demonstration von Impfgegnerinnen und Coronaleugnern in WienFlorian Schroetter/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Gleichzeitig registrierten die Gesundheitsbehörden an diesem Samstag wieder mehr als 15.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in 24 Stunden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei über 1.000. Die Behörden haben Probleme mit der Registrierung aller Befunde.

Viele Demonstrantinnen und Demonstranten trugen keine FFP2-Masken und verstießen damit gegen die Auflagen. Die Polizei, die mit 1300 Beamten im Einsatz war, hielt sich aber weitgehend zurück. "Es gibt bisher keine nennenswerten Zwischenfälle", sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Die Lage sei aber dynamisch. Die Behörden gingen davon aus, dass sich der Zulauf noch verstärkt.

Die österreichische Regierung hatte wegen der massiven vierten Corona-Welle einen Lockdown für alle ab Montag angekündigt. Während die Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene am 13. Dezember enden sollen, ist der Lockdown für Ungeimpfte unbefristet. Außerdem wird Österreich als erstes Land in der EU im Februar 2022 eine Corona-Impfpflicht einführen.

Gewalt in Rotterdam

Eine nicht angekündigte Demonstration gegen Corona-Maßnahmen war in Rotterdam in den Niederlanden in der Nacht total aus dem Ruder gelaufen. Polizisten wurden mit Steinen und Feuerwerk beworfen, Autos wurden in Brand gesteckt, Verkehrsschilder aus dem Boden gerissen.

Vorläufige Bilanz: sieben Verletzte, gut 20 Festnahmen, Schäden in bisher unbekannter Höhe.

Am Tag danach herrschen Entsetzen und Empörung.Die Innenstand von Rotterdam bietet nach den Ausschreitungen der Nacht ein Bild der Verwüstung.

Rotterdams Bürgermeister Ahmed Aboutaleb sagte, die Polizei habe nun wieder alles unter Kontrolle, es sei eine Orgie der Gewalt gewesen.

Ausgangssperre in Guadeloupe

Wegen anhaltender Proteste gegen Coronavorschriften im französischen Überseegebiet Guadeloupe schickt die Regierung Unterstützung. 200 Polizisten und Gendarme sollen in den nächsten Tagen in die Karibik gebracht werden, schrieb Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Freitag auf Twitter.

Der Gewerkschaftsbund LKP hatte wegen der Impfpflicht für Gesundheitspersonal und andere Maßnahmen ab Montag zum unbefristeten Generalstreik aufgerufen. Seitdem gibt es in Guadeloupe Proteste, etliche Straßen wurden blockiert. Medienberichten zufolge versperrten Demonstrierende teils auch den Zugang zu einem Krankenhaus. Der Sender France Info schrieb zudem von vier Häusern, die in der Nacht zum Freitag brannten.

Wie auch auf dem französischen Festland gilt in Guadeloupe eine Impfpflicht für Menschen im Gesundheitswesen und im Kontakt mit besonders gefährdeten Menschen. Die Impfquoten unterscheiden sich nach Berufsgruppe. Nach Angaben der Präfektur liegen sie aber bei vielen von der Impfpflicht betroffenen Berufen über 85 Prozent. An zahlreichen Orten wie im Museum oder Restaurant muss der Gesundheitspass vorgezeigt werden. Dieser liefert den Nachweis über eine Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder ein aktuelles negatives Testergebnis.

Im Sommer waren die Fallzahlen in Guadeloupe in die Höhe geschossen. Teils gab es mehr als 2000 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in einer Woche. Es wurden der Gesundheitsnotstand und besonders strenge Corona-Regeln verhängt. Der Gesundheitsnotstand endete zum Montag und mit ihm auch die nächtliche Ausgangssperre. Zuletzt steckten sich innerhalb einer Woche auf 100.000 Menschen etwa 57 an.