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30 Jahre danach: Was denken die Menschen in Russland über den Zerfall der UdSSR?

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Von Andrea Buring
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30 Jahre danach: Was denken die Menschen in Russland über den Zerfall der UdSSR?
Copyright  Alexander Zemlianichenko/Copyright 1991 The Associated Press. All rights reserved

Vor genau 30 Jahren hatte Michail Gorbatschow seinen letzten Arbeitstag im Kreml. An diesem Tag trat er als Präsident der UdSSR zurück - das Ende der Sowjetunion wurde am 25. Dezember 1991 im Fernsehen verkündet. Gorbatschow gestand dort seine Niederlage ein.

Viele Menschen in Russland haben heute rückblickend gemischte Gefühle, viele verklären das Weltreich, das eine massive Wirtschaftskrise durchmachte.

Die ehemalige Grundschullehrerin Valentina Shmeleva meint, "uns ging es gut. Wir lebten in Frieden, alles war in Ordnung. Danach folgten die Verräter. Gorbatschow zerstörte die Sowjetunion mit Unterstützung eines Säufers namens Jelzin."

Kein Einzelfall. Der Aussage "Wir waren ein einiges, starkes Land" stimmten 2020 zwei Drittel in einer Umfrage des einzigen unabhängigen Meinungsforschungszentrums Lewada in Moskau zu. Nostalgie, die vor allem ältere Menschen befällt.

Andrey Popov ist ein 18-jähriger Journalistikstudent. Er sagt, "meine Eltern haben sich sehr für den Zerfall der Sowjetunion interessiert. Das hat seine Spuren hinterlassen. Ich bin Bürger eines mordernen Russlands. Mir war völlig entgangen, dass wir einen Jahrestag haben."

Gorbatschow kommentierte am Freitag, dass ein arrogant und selbstsicher gewordenes Washington nach dem Zerfall der Sowjetunion die Expansion der NATO vorantreibe.