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Guterres inspiziert Getreide-Export: "Auch Brieftaschen und Herzen öffnen"

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Von Euronews mit dpa, AP
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António Guterres beim Rundgang durch den Schwarzmeerhafen Odessa
António Guterres beim Rundgang durch den Schwarzmeerhafen Odessa   -   Copyright  Kostiantyn Liberov/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

UN-Generalsekretär António Guteres hat auf seiner Ukraine-Reise den Hafen von Odessa besucht und dort eine Zwischenbilanz der Umsetzung des internationalen Getreideabkommens zwischen der Türkei, den Vereinten Nationen, Russland und der Ukraine gezogen.

Niemand habe erwartet, dass die Umsetzung der Initiative einfach werde, sagte Guterres. Aber der Zugang sowohl zu ukrainischen als auch russischen Nahrungsmitteln müsse gewährleistet werden.

Guterres präsentierte auch Zahlen und Fakten: "In weniger als einem Monat haben 25 Schiffe Odessa und andere ukrainische Häfen verlassen, beladen mit Getreide und anderen Nahrungsmitteln. Sie haben weit über 600 000 Tonnen Lebensmittel transportiert: Weizen, Mais, Sonnenblumenöl, Sojabohnen."

"Auch Brieftaschen und Herzen öffnen"

All dies reiche aber bei Weitem nicht aus, sagte Guterres: "Nach der Öffnung dieser Häfen appelliere ich an die wohlhabenderen Länder, auch ihre Brieftaschen und ihre Herzen zu öffnen. Der Transport von Getreide hat aber kaum eine Bedeutung für die Länder, die sich es nicht leisten können. Global sinkende Preise für Lebensmittel bedeuten nicht viel, wenn sich diese Preise nicht auf den lokalen Märkten widerspiegeln."

Guterres gewährte in Odessa auch Einblicke in seine Gefühlswelt. Die Verladung von Getreide zu verfolgen, sei sehr bewegend. Das Schiff mit dem Ziel Afrika sei auch ein Hoffungsträger.

Der Getreideexport aus der Ukraine per Bahn sowie Lkw nach Polen und Rumänien läuft nur schleppend und kann Transporte über das Schwarze Meer höchstens ergänzen.

Immerhin sind jetzt in der rumänischen Binnenhafenstadt Galati die Breitspur-Gleise einen Monat früher als geplant repariert worden. Das bedeutet freie Fahrt für Güterwaggons aus der nahen Ukraine, die zuvor aufwändig über die Donau von Constanta nach Galati verschifft werden mussten.

Für die Sanierung des Schienennetzes wurden tausend hölzerne Bahnschwellen ersetzt und das Gleisbett erneuert. Galati hat zudem einen Getreidesilo mit einer Kapazität von 25 000 Tonnen.