Ein Marinevertreter der Revolutionsgarden drohte, Irans gesamte Golfküste in ein tödliches Sperrgebiet zu verwandeln, falls die USA ihre Angriffe wieder aufnehmen. Unterdessen meldeten Unterhändler, beide Seiten seien einem ersten Abkommen so nah wie seit der Waffenruhe im April nicht.
Ein ranghoher Vertreter der Marine der Revolutionsgarden hat am Mittwoch gewarnt, Iran werde das Gebiet von Chabahar bis Mahshahr „in einen Friedhof für Angreifer verwandeln“, falls die USA ihre Militäroperationen wieder aufnehmen.
„Unsere Kämpfer tragen heute den Drang zum Nahkampf mit dem Feind in sich“, sagte der politische Stellvertreter der Marine der Revolutionsgarden, Mohammad Akbarzadeh, nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim.
Akbarzadeh erklärte, die iranischen Streitkräfte stünden in voller Einsatzbereitschaft. Eine erneute Eskalation halte er dennoch für unwahrscheinlich und begründete dies mit der von ihm so bezeichneten „Schwäche“ der Gegenseite.
Chabahar und Mahshahr sind iranische Hafenstädte an entgegengesetzten Enden der langen Küstenlinie des Landes. Diese erstreckt sich über rund 1.500 Kilometer vom Golf von Oman bis zum Ende des Persischen Golfs. Dazwischen liegt die Straße von Hormus.
Akbarzadeh sagte außerdem, die USA hätten in der Region um die Meerenge eine strategische Niederlage erlitten.
„Sie behaupteten, sie könnten die Straße von Hormus wieder öffnen. Doch nach der Schließung dieses Seewegs konnten sie trotz all ihrer Macht nichts erreichen“, erklärte er.
„Die Amerikaner glauben, sie könnten mit der Islamischen Republik in der Sprache der Gewalt reden. Offenbar haben sie aber noch immer nicht begriffen, dass man mit Iranern nicht in der Sprache der Drohungen spricht.“
Ein Vertreter des Pentagons schätzte unterdessen, dass die US-Seeblockade Irans Öleinnahmen um rund fünf Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) geschmälert hat.
Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington über eine erste Vereinbarung stehen laut Berichten näher vor dem Abschluss als zu jedem Zeitpunkt seit Inkrafttreten der Waffenruhe am achten April. Bei zwei Punkten bleibt jedoch weiterhin keine Seite von ihren Forderungen ab: der Kontrolle über die Meerenge und der Nuklearfrage.
Aus Moskau, wo er an einer Sicherheitskonferenz teilnahm, erklärte der stellvertretende Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, Ali Bagheri Kani, man habe sich bei der Aufhebung der Blockade noch nicht geeinigt.
Er sagte, Irans Vorräte an angereichertem Uran stünden nicht auf der Verhandlungsagenda. Zugleich bestätigte er, dass Iran und Oman getrennte Gespräche über ein neues Verfahren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus führen.