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Das Beste aus Papier und Holz herausholen

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Das Beste aus Papier und Holz herausholen
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Die europäische Papier- und Zellstoffindustrie ist die zweitgrößte der Welt. Zahlen aus dem Jahr 2014 zeigen, dass die Branche mehr als 130 Millionen Tonnen herstellt - das sind etwa 23 % der weltweiten Produktion. Schätzungsweise 11 Millionen Tonnen davon enden als nicht recycelbarer Abfall.

Das EU-Projekt paperChain zielt darauf ab, dieses Altpapier zu verwerten, damit es als Ressource in anderen Industrien wie dem Baugewerbe und dem Bergbau eingesetzt werden kann.

Um mehr darüber zu erfahren, wie Papierabfälle und andere Holz-basierte Materialien nutzbar gemacht werden, um fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl zu ersetzen, sprach Business Planet mit Johan Elvnert, Generalsekretär der Forest-based Sector Technology Platform.

Die Zellstoff- und Papierindustrie ist ziemlich ressourcenintensiv. Wandelt sich die Branche, um nachhaltiger zu werden?

_ "Die Zellstoff- und Papierindustrie der EU recycelt heute jede Papierfaser so oft wie möglich. Aber am Ende ist die Faser einfach zu kurz, um sie wiederzuverwenden. Es fallen Abfälle an wie Farbreste, mineralische Füllstoffe oder Lebensmittel, die in einer weggeworfenen Papiertüte steckten. Was nicht wiederverwertet werden kann, wird meist zur Energiegewinnung verbrannt. Aber die Industrie arbeitet sehr hart daran, den Abfall von heute für Produkte von morgen zu nutzen. 00:31 Das paperChain-Projekt ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Ein anderes Beispiel ist die Nahrungsmittel-Gewinnung für Fischfarmen aus dem Brauchwasser von Zellstofffabriken. Man sollte also Abfall nicht als Abfall, sondern als Wertstoff ansehen."_

Gibt es neue Methoden der Holzverarbeitung?

"Holz ist ein fantastisches Material und es ist erneuerbar. Es gibt viele spannende Ideen, um fossile Materialien durch Holz zu ersetzen. Forscher entwickeln zum Beispiel transparentes Holz, das Glas ersetzen könnte. Aber ich freue mich auch sehr, wenn ich sehe, dass traditionelle Produkte wie Papiertüten ein Comeback feiern oder Gebäude aus Holz, die tatsächlich Kohlenstoff in den Städten speichern."

Sind einige dieser Holz- und biobasierten Materialien im Moment einfach zu teuer, und deshalb keine Option als Ersatz für fossile Brennstoffe?

"Es stimmt, seit Öl so billig ist, hat man herausgefunden, dass man es für fast alles verwenden kann. Leider entsteht dabei Abfall und Kohlendioxid wird in die Atmosphäre freigesetzt. Die Menschen sind sich dieser Probleme bewusst und sie wollen Alternativen. Im Forst-basierten Sektor arbeiten wir daran. Es gibt zum Beispiel Textilien auf Holzbasis, grüne Chemikalien für Gesundheitsprodukte. Wir schließen also die Lücke."

Sollten wir nicht eher die Wälder schützen, als noch mehr von ihnen abzuholzen?

"Ich bin selbst Waldbesitzer, daher weiß ich, dass es möglich ist, den Wald zu nutzen und ihn gleichzeitig zu schützen. Meine Großeltern haben die Bäume gepflanzt, die ich ernten werde, und ich habe die Bäume gepflanzt, die kommende Generationen ernten werden. Es ist sehr befriedigend, Wildtiere zu sehen, wie Elche und Wildschweine, die in unserem Wald leben. Und wenn wir den Baum ernten, weiß ich, dass er für nachhaltige Dinge verwendet werden wird, die die Menschen brauchen."