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Usbekistan: wirtschaftlicher Aufschwung dank Reformen

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Von Galina Polonskaya  & Sabine Sans
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Usbekistan: wirtschaftlicher Aufschwung dank Reformen
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In jüngster Zeit hat Usbekistan Reformen eingeleitet, um die Wirtschaft zu liberalisieren. Der Technologiesektor ist einer der am schnellsten wachsenden Sektoren des Landes. Lokale Start-ups ziehen ausländische Investoren an und planen ihre Geschäftsentwicklung. Das ist Thema dieser Focus-Folge.

Wirtschaftlicher Aufschwung dank Reformen

Im September feiert Usbekistan den 30. Jahrestag seiner Unabhängigkeit von der ehemaligen UdSSR. In den vergangenen Jahren hat das Land Reformen eingeleitet, um die Wirtschaft zu liberalisieren und ausländische Investoren anzuziehen. Tausende usbekische Geschäftsleute trafen im August mit dem Präsidenten zusammen, um über die Zukunft zu diskutieren. Es gibt noch viel zu tun, aber Veränderungen sind spürbar.

"Dank der Wirtschaftsreformen der vergangenen Jahre hat sich das Investitionsklima in Usbekistan drastisch verbessert", sagt Ilhom Umrzakov, Direktor der usbekischen Graduate School Of Business & Entrepreneurship. "In der Landespolitik steht die Gewährleistung der Rechtsstaatlichkeit an oberster Stelle. Dazu gehört auch der Schutz der Rechte von Investoren."

Gutes Klima für Investoren

Das 2020 in Betrieb genommene Hüttenwerk Taschkent ist eines der größten Investitionsprojekte in der jüngeren Geschichte Usbekistans. Die ausländischen Investitionen belaufen sich auf insgesamt 226 Millionen Euro. Dieser umweltfreundliche Produktionskomplex wurde vom italienischen Unternehmen Danieli entworfen und gebaut. Bekali Turabekov, der Produktionsdirektor des Hüttenwerks Taschkent, meint: "Das Werk ist von strategischer Bedeutung für Usbekistan und ein wichtiges Bindeglied bei der Schaffung eines Industrieclusters in der Metall-Industrie."

IT-Industrie: ein aufstrebender Sektor

Die IT-Industrie ist einer der aufstrebenden Sektoren der usbekischen Wirtschaft. Der 2019 gegründete IT-Park in Taschkent schafft ein erstklassiges, hochmodernes Umfeld für die Entwicklung innovativer und wettbewerbsfähiger Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologien und deren Förderung. Seitdem wächst die Zahl der ansässigen Tech-Unternehmen stetig. Die Start-ups sind von Steuern befreit. Die Regierung zielt darauf ab, die Jugend einzubinden. Auf der Plattform "1 Million usbekische Programmierer" gibt es kostenlose Online-Kurse für alle über 13 Jahre.

Der Geschäftsführer des IT-Parks Usbekistan Farkhod Ibragimov sagt: "Unsere Hauptaufgabe besteht jetzt darin, ausländische Investoren, internationale große IT-Unternehmen anzuziehen und sie mit unseren besten Talenten zusammenzubringen."

Im IT-Park wurde zum Beispiel das Logistik-Start-up zip24 gegründet. Es bietet eine komplette Management-Cloud-Lösung für jede Art von E-Commerce- oder Lieferunternehmen und ermöglicht es, das Produkt und die Zahlung von der Abholung bis zur Auslieferung zu verfolgen. Der Zeitplan, die Routen und alle Versandkosten werden optimiert. Zip24 hat bereits Kunden in mehr als 25 Ländern und bisher mehr als 1 Million Euro an ausländischen Investitionen eingesammelt.

Zip24-Regionalleiter Anvar Turdibaev ist stolz: _"Wir wachsen von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr. Das Interesse an unserem Unternehmen ist groß."
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Aufstrebende Unternehmer

Ein weiterer Unternehmer im IT-Park ist Akmal Paiziev: Er repräsentiert eine neue Generation von usbekischen Geschäftsleuten. Er ist einer der Mitbegründer des MyTaxi-Dienstes. Damit bekommt man in sieben usbekischen Städten kurzfristig ein Taxi. Die Karten wurden vom Unternehmen erstellt. Sie helfen, den Treffpunkt genau zu bestimmen. Big Data wird genutzt, um staufreie Routen zu finden. Ein weiterer Zweig seines Unternehmens ist der Lebensmittel-Lieferdienst Express24 - der größte auf dem usbekischen Markt. Der Gründer plant, dieses Geschäft auszubauen.

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"Ich sehe große Perspektiven für unser Geschäft sowohl innerhalb des Landes als auch in der Region Zentralasien. Und es besteht Interesse bei internationalen Investoren. Wir haben fast jede Woche Kontakt mit Investoren"_, erzählt Akmal Paiziev.

In der Studie "Doing Business 2020" der Weltbank wurde Usbekistan als eines der Länder eingestuft, in denen der Geschäftsverkehr am einfachsten zu bewerkstelligen ist. Und auch der neuen Generation usbekischer Geschäftsleute gibt der Wind der wirtschaftlichen Veränderungen Aufwind.