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Was wissen wir über die neue Coronavirus-Variante XE?

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Von Luke Hurst  mit AP, Reuters
XE ist eine von mehreren COVID-Varianten, die in den vergangenen Wochen entdeckt wurde.
XE ist eine von mehreren COVID-Varianten, die in den vergangenen Wochen entdeckt wurde.   -   Copyright  Pixabay

Eine neue COVID-19-Variante, die sich aus zwei Omikron-Stämmen zusammensetzt, ist vermutlich noch infektiöser als diejenige, die derzeit weltweit die Zahl der Fälle in die Höhe treibt.

Die Gesundheitsbehörden verfolgen den Stamm mit der Bezeichnung XE, der zuerst in Großbritannien entdeckt wurde, von dem aber jetzt auch Fälle in anderen Ländern gemeldet werden.

Er ist die jüngste in einer langen Reihe von Varianten, die Wissenschaftler:innen derzeit im Auge behalten.

XE: Eine Hybridvariante von Omicron

Nach Angaben der UK Health Security Agency (UKHSA) ist XE eine Kombination aus BA.1 und BA.2.

BA.1 ist die ursprüngliche Omikron-Variante, die weltweit eine neue Welle von COVID-19-Infektionen auslöste und in vielen Ländern zu verschärften Einschränkungen der öffentlichen Gesundheit führte.

BA.2 wurde erstmals im November 2021 entdeckt und hat sich inzwischen in mehr als 60 Ländern zum vorherrschenden Coronavirus-Stamm entwickelt.

Die Variante ist infektiöser als BA.1, scheint aber keine schweren Krankheitsverläufe zu verursachen.

"XE ist eine BA.1/BA.2-Rekombination, wobei der größte Teil des Genoms, einschließlich des S-Gens, zu BA.2 gehört", so die UKHSA in einem technischen Briefing vom 8. April.

Eine Rekombination tritt auf, wenn Menschen mit zwei oder mehr Varianten des Virus infiziert werden.

Nach Angaben der UKHSA ist dies nicht ungewöhnlich, und im Laufe der Pandemie wurden mehrere rekombinante Varianten identifiziert.

Sollten wir uns wegen der XE-Variante Sorgen machen?

Dr. Simon Clarke, außerordentlicher Professor für zelluläre Mikrobiologie an der Universität Reading, erklärte am 8. April gegenüber der Nachrichtenagentur AP, es sei noch zu früh, um Schlüsse über XE zu ziehen.

"Es gibt noch viel über dieses rekombinante Virus zu lernen", sagte er.

"Hier haben sich zwei Viren zusammengetan und ihr genetisches Material kombiniert, so dass ein Mosaik entstanden ist. Im Moment sieht es so aus, als ob es nicht so fit und erfolgreich ist wie BA.2, aber ich denke, es ist noch ziemlich früh".

"Ob XE in der Lage ist, Krankheiten auszulösen, weiß man erst, wenn eine größere Anzahl von Menschen infiziert ist, was sehr viel schwieriger ist", fügte er hinzu.

Die Weltgesundheitsorganisation behält XE im Auge, hat es aber noch nicht als besorgniserregende oder interessante Variante eingestuft.

Wo wurde die XE-Variante entdeckt?

XE wurde erstmals am 19. Januar 2022 durch Sequenzierung in England entdeckt.

Mit Stand vom 5. April gab die UKHSA bekannt, dass in England 1.125 Fälle verzeichnet wurden und man davon ausgeht, dass sich die Variante durch Mensch zu Mensch Übertragung verbreitet, wobei die meisten Fälle derzeit in Ostengland, London und im Südosten auftreten.

Nach Angaben der Agentur zeigen die jüngsten Daten bis zum 30. März dieses Jahres, dass die Wachstumsrate von XE 12,6 Prozent über der von BA.2 liegt.

Auch in Japan wurde ein Fall bestätigt: Das japanische Gesundheitsministerium meldete am Montag den ersten XE-Fall des Landes bei einer Frau, die am 26. März aus den USA auf dem Flughafen Narita eintraf.

Auch in Indien wurde ein Fall von XE gemeldet, wie die Brihanmumbai Municipal Corporation mitteilte. Nach Angaben von NDTV haben offizielle Quellen des Gesundheitsministeriums jedoch nicht bestätigt, dass es sich bei dem Fall um XE handelt.