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4 Billionen Euro Branche: Finanztechnologien im Vormarsch

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Von Katharina Sturm  & Natalie Lindo
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4 Billionen Euro Branche: Finanztechnologien im Vormarsch
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**Das Finanzwesen befindet sich in einem grundlegenden und einzigartigem Wandel. Vor allem der Sektor der Finanztechnologie oder kurz FinTech ist weltweit auf dem Vormarsch. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Branche, die jährlich 4 Billionen Euro erwirtschaftet und finden heraus, warum Dubai sich zu einem Hotspot für Fintech-Start Ups und Investoren entwickeln will.
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Angesichts steigender Inflation, Zinserhöhungen und politischer Unsicherheiten befindet sich die Weltwirtschaft in einer schwierigen Phase. Ein Sektor konnte sich dennoch hervorheben - der Sektor der Finanztechnologie. Darunter versteht man in der Regel Software, Technologie und mobile Anwendungen, die entwickelt wurden, um die traditionellen Formen der Finanzierung zu verbessern und automatisieren.

Dubai International Financial Center - Finanzwesen im Wandel

Die modernsten Finanztechnologien wurde auf der FinTech-Woche des Dubai International Financial Centre - dem DIFC - vorgestellt. Die Vordenker-Konferenz befasste sich mit den neuesten Chancen, Herausforderungen und Technologietrends. Die Veranstaltung wurde vom Direktor des DIFCs eröffnet.

Tweet des DIFCs

Essa Kazim betont, dass sich das Finanzwesen in einem Wandel befinde - angetrieben durch digitale Technologien und Innovationen, die den Zahlungsverkehr, die Kreditversicherung und die Vermögensverwaltung verändern. Laut ihm, sei FinTech der am schnellsten wachsende Sektor für das DIFC und trage mehr als 35% zur Gesamtzahl der Unternehmen bei, die im letzten Jahr gegründet wurden.

Der Direktor des DIFCs erklärt ebenfalls, dass sie ein umfassendes Ökosystem geschaffen haben, das vom Incubator über den Accelerator bis hin zur Bereitstellung der richtigen Finanzierung und der Innovationstestlizenz. Parallel haben sie daran gearbeitet, das notwendige rechtliche Umwelt zu schaffen, mit den besten Praktiken und internationalen Standards.

Von technischen Tools über Präsentationen bis hin zu Podiumsdiskussionen. Die Veranstaltung bringt Investoren und Unternehmen zusammen, die nach dynamischen Lösungen für den FinTech-Sektor suchen. Expertinnen und Experten auf der Veranstaltung sind überzeugt, dass Dubai zu einem Ausgangspunkt für globale Unternehmer werden wird, die in Regionen des Nahen Ostens und Afrikas expandieren wollen. Der Sektor befindet sich in einem raschen Wachstum und der Vorsitzende der MENA FinTech Association, Nameer Khan, betont, dass unser tägliches Leben von Innovationen umgeben ist, die aus der FinTech-Branche stammen.

Die Zukunft des Finanzwesens

Nameer Khan erklärt, dass es bei FinTech im Grunde genommen darum geht, dass Finanzdienstleistungen ermöglicht werden. FinTech mache sie unsichtbar, transparent und vor allem sehr erschwinglich. Vom Bezahlen per Fingertipp bis zum Online-Kauf eines Produktes - alles sei nahtlos und bequem, so Khan.

Nicht nur im Finanzwesen macht sich der technologische Fortschritt bemerkbar. Digitale Technologien und Innovationen sind auch im Hinblick auf die Verwaltung auf Vormarsch. Digitale Verwaltung soll nicht nur aus Sicht der Regierung, sondern auch im Hinblick auf den Zugang der Bürger zu effizienteren und effektiveren Dienstleistungen, hilfreich sein.

Amazon hat der Branche in Dubai im Juni mit der Eröffnung seines FinTech Labors, einem Zentrum für digitale Innovation und Kreativität im Finanz- und Fintech-Zentrum von Dubai, einen weiteren Impuls gegeben. In Zusammenarbeit mit Startups und kleinen bis mittelgroßen Unternehmen sollen neue Programme und Ideen unterstützt und das Wissen über digitale Zahlungen weltweit gefördert werden. Der Zugang zu Finanzmitteln hat für Star-ups jedoch nach wie vor höchste Priorität.

Sharif El-Badawi, der Geschäftsführer von "Dubai Future District" erklärt, dass es für ihn darum geht, wohin diese Technologien und all die Begeisterungen, die man über FinTech höre, führen werden - insbesondere in den nächsten zwei Jahren. Er ist überzeugt, dass es in Dubai aber auch weltweit entscheidend sein wird, wie man die zugrundeliegenden Angebote von FinTech-Unternehemen, die Überschneidungen zwischen ihnen und den Banken, den Finanzinstituten und den rechtlichen Behörden, mit denen sie zusammenarbeiten müssen, betrachte.

Vorreiterunternehmen in Dubai

Das in Dubai ansässige FinTech-Unternehmen Qashio hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde erfolgreich 2,4 Mio. Euro für den Start auf dem MENA-Markt gesammelt. Das Unternehmen hat die erste Plattform für Unternehmenskarten und Spesenmanagement in den Vereinigten Arabischen Emiraten entwickelt. Mit Qashio können Finanz- Teams von Unternehmen Ausgabenlimits für virtuelle und physische Karten festlegen und ändern. Dadurch wird die Verwendung von Bargeld vermieden, kostspielige verspätete Spesenabrechnungen werden verhindert und der Arbeitsaufwand für Rückerstattungen verringert.

Tweet über Qashio

Laut Armin Moradi, CEO und Mitbegründer des Unternehmens, handelt es sich um ein Produkt, das für Unternehmen, Regierungen und Banken interessant sei, da es die Menge des im Umlauf befindlichen Bargelds reduziere. Es reduziere außerdem das Risiko für Betrug und kann zur Kontrolle von Unternehmensausgaben in Echtzeit verwendet werden.

Armin Moradi, Geschäftsführer und Mitbegründer von Qashio betont, dass das, was sie tun, sowohl für Unternehmen, als auch für Regierungen und Banken interessant sei, da der Bargeldumlauf verringert wird. Das reduziere das Risiko von Betrug und sei ein großartiges Werkzeug, so Moradi. Man müsse nicht mehr auf sein Geld warten, wenn man eine Ausgabe tätigt. Es sei bereits in der App sichtbar. Der Geschäftsführer betont außerdem , dass es Klarheit darüber verschaffe, wie man Geld ausgeben kann, so dass man sich an die vom Unternehmen aufgestellten Richtlinien hält. Und das reduziert standardmäßige interne Konflikte.

Untersuchungen zufolge wird erwartet, dass der digitale Zahlungsverkehr von 4,22 Billionen Euro im Jahr 2020 bis 2024 auf 7,92 Billionen Euro ansteigen wird. Dubai ist fest entschlossen, ein Standort für die Unternehmen zu sein, die an diesem Handel teilhaben.