Der Immobilienmarkt in Dubai boomt

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Von Natalie Lindo, Evan Bourke, Jane Witherspoon,
Der Immobilienmarkt in Dubai boomt
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Der Immobilienmarkt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)  und insbesondere der von Dubai verzeichnete 2022 eine rekordverdächtige Anzahl von Transaktionen - ein Trend, der sich nach Einschätzung von Experten auch im Jahr 2023 fortsetzen wird.

2022 wurden in Dubai über 97.000 Immobilientransaktionen im Wert von 67,38 Milliarden Euro verzeichnet.

Trotz der globalen Wirtschaftsaussichten haben vermögende Privatpersonen in den vergangenen 18 Monaten weiterhin in Dubai investiert, was dem Luxusmarkt Auftrieb gegeben hat.

Simon Baker, Geschäftsführer der Immobiliengruppe Haus & Haus, sagte gegenüber euronews: "Wir haben im letzten Jahr ein enormes Umsatzwachstum gesehen, von 2021 bis 2022 ist das Umsatzvolumen um 76% gestiegen."

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Simon Baker Geschäftsführer der Haus & Haus Gruppeeuronews

Immobilienexperten sagen, dass ein gesättigter Markt die Nachfrage innerhalb des Landes von Wohnungen zu Stadthäusern und Villengemeinschaften getrieben hat, wobei erwartet wird, dass die Preise im Jahr 2023 das Niveau vor der Pandemie übersteigen werden.

Cavendish Maxwell sammelt Immobiliendaten und Marktinformationen in der Region: Laut dem Unternehmen ist das großartige Ergebnis auf die Erholung nach der Pandemie zurückzuführen.

Zhann Jochinke, Direktor of Market Intelligence & Research, sagt: "Der Markt hat Ende November 2020 seinen Tiefpunkt erreicht. Dann kam die Pandemie und die Märkte mussten sich erholen, was durch den Wiederverkauf von Villen und Stadthäusern angetrieben wurde."

Er fügte hinzu, dass sich der Markt in den vergangenen 12 Monaten wieder auf den Off-Plan-Markt verlagert habe, da viele Endverbraucher aus dem Wiederverkaufsmarkt verdrängt worden seien.

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Zhann Jochinke, Direktor of Market Intelligence & Research bei Cavendish Maxwelleuronews

Dubai schneidet besser ab als internationale Märkte

Experten sind sich einig, warum die Stadt besser abschneidet als die internationalen Märkte.

"Wir hatten viel mehr Käufer aus Europa, aus Großbritannien, aus Frankreich, der Schweiz, Deutschland, aus diesen Ländern", erklärt Simon Baker. "Dort sind die Steuern politisch und wirtschaftlich sehr hoch, und es gibt große Inflationsprobleme."

Zhann Jochinke fügte hinzu, dass im Vergleich zu den großen globalen Märkten, wie Europa, Hongkong, Australien und den USA, alle diese Märkte stärker von ihrem lokalen Markt beeinflusst werden:

"Sie werden von ihren Zinssätzen und ihren Beschäftigungszyklen beeinflusst, so dass der Kauf in den VAE aufgrund der großen Zahl ausländischer Arbeitskräfte sehr einzigartig ist. Und auf dem Immobilienmarkt werden so viele neue Produkte gebaut."

Der Aufstieg von Jones the Grocers

Der Casual-Dining-Gigant Jones the Grocers begann vor über 25 Jahren mit bescheidenen Anfängen in Australien und hat seitdem auf 33 Läden im gesamten Nahen Osten und Asien expandiert, weitere 15 sind in Planung.

Das Unternehmen wird demnächst seinen Flagshipstore in London Heathrow eröffnen. Geschäftsführer Yunib Siddiqui erklärte gegenüber euronews, dass der speziell entwickelte Konzeptstandort das Beste von dem nutzt, was sie weltweit haben, mit einigen zusätzlichen Komponenten.

"Unsere Strategie war gemischt. Wir haben uns sowohl auf das Franchise-Wachstum konzentriert, weil wir viel Geld und Ressourcen in unsere Ausbildungskapazitäten und in die Einhaltung der Markenvorschriften investiert haben und dies auch weiterhin tun. Der zweite Teil unserer Strategie ist das Wachstum der firmeneigenen Läden, allerdings sehr selektiv."

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Geschäftsführer Yunib Siddiqui (li.) im gespräch mit euronews-Reporter Evan Bourkeeuronews

Das Unternehmen verlegte seinen weltweiten Hauptsitz nach Dubai, nachdem die Läden in der Region zum größten Franchise-Segment wurden.

"Wir haben innerhalb von vier Jahren sieben Läden eröffnet, unsere Umsätze dort machen einen großen Teil des weltweiten Geschäfts aus", so Siddiqui.

Dem Geschäftsführer zufolge habe sich die Casual-Dining-Szene in den vergangenen Jahren stark verändert: "Zunächst einmal bedeutet der Wettbewerb, dass man immer auf Zack sein muss. Man muss innovativ sein, den Service und die Qualität der Speisen verbessern und mit den globalen Trends Schritt halten. Dieser Markt verändert sich sehr schnell, und wir müssen mit ihm Schritt halten. Man kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Man muss immer in Bewegung bleiben, immer innovativ sein."

Das ITER-Projekt verzögert sich

Einem in Frankreich angesiedelten Projekt zur Kernfusion drohen nach Angaben seines Leiters weitere Jahre der Verzögerung.

Das Projekt International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER) soll beweisen, dass die Fusionsenergie wissenschaftlich und technisch machbar ist.

Die Nachricht, dass der Zeitplan des ITER-Projekts erneut überarbeitet wurde, kommt nur wenige Wochen, nachdem Wissenschaftler in den USA einen wichtigen technischen Forschungs-Durchbruch bekannt gegeben haben.

ITER wurde 2007 ins Leben gerufen, um die weltweit größte Fusionsanlage zu bauen, die durch einen sonnenähnlichen Prozess kohlenstofffreie Energie erzeugt.

Bei der Fusion werden die Kerne leichter Atome in einem erhitzten, von starken Magnetkräften gehaltenen Plasma zusammengebracht.

Das Ziel von ITER war es, das erforderliche Plasma bis 2025 zu erzeugen, aber laut den Verantwortlichen ist dieser Zeitplan aufgrund von Defekten in Schlüsselbereichen unrealistisch. 

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ITER-Generaldirektor Pietro Barabaschieuronews

Pietro Barabaschi, Generaldirektor von ITER, sagt: "Ich gebe nicht gerne Zeiten an, ohne einen Zeitplan von einem Auftragnehmer zu haben. Wir sprechen hier von einem Prozess, der nicht nur Wochen, sondern viele Monate in Anspruch nimmt, und das könnte sogar ein paar Jahre dauern."