Eilmeldung

Eilmeldung

NATO: stehen hinter VK, aber Skripal-Mord kein Bündnisfall

Sie lesen gerade:

NATO: stehen hinter VK, aber Skripal-Mord kein Bündnisfall

NATO: stehen hinter VK, aber Skripal-Mord kein Bündnisfall
© Copyright :
REUTERS/Yves Herman
Schriftgrösse Aa Aa

Die NATO hat sich am Donnerstag ebenfalls offiziell hinter die Einschätzung Großbritanniens zum Fall Skripal gestellt, jedoch keine militärischen Konsequenzen angekündigt. Bei einer Pressekonferenz im Hauptquartier des Bündnisses in Brüssel erklärte NATO-Generalsekretär Stoltenberg:

"Der Beistandsartikel ist von Großbritannien nicht aktiviert worden.

Es ist wichtig, dass wir angemessen, ausgewogen und defensiv reagieren."

Trotz der einmütigen transatlantischen Anschuldigungen an die Adresse Moskaus, bleibt es, jedenfalls für die Öffentlichkeit, letztlich unklar wer genau das Attentat verübt hat. Aber für unsere Expertin Kristina Berzina vom German Marshall Fund of the United States liegt gerade darin die Gefährlichkeit der Lage:

"Der Anschlag von Salisbury ist in höchstem Maße besorgniserregend für die NATO. Der Konflikt mit dem mutmaßlichen Angreifer, die Finger deuten ja nach Russland, zeigt, dass er nicht an den Außengrenzen der NATO Halt macht, sondern auf das NATO-Gebiet übergreifen kann. Der Generalsekretär hat ja von einer Reihe von Zwischenfällen gesprochen, die diesem Muster folgen. Das ist schon sehr alarmierend für das Bündnis."

Das in Salisbury benutzte Nervengift Novichok, entwickelt in der Sowjetunion in den 80er Jahren, ist die wirkungsvollste chemische Massenvernichtungswaffe der Welt.

Unser russischer Militärexperte Alexander Golts meint jedoch, dass es zumindest für den russischen Geheimdienst jeglicher Konvention widerspreche, diesen Anschlag auszuführen.

"Russland hat kein Interesse daran, einen ehemaligen Oberst der militärischen Abwehr zu vergiften.

Und der Zeitpunkt ist extrem unangemessen. Sowjetische Spezialeinheiten haben niemals vor wichtigen politischen Ereignissen aktive Operationen ausgeführt. Ich glaube auch die russischen würden sich vor einer Präsidentschaftwahl an diese Regel halten. Der Täter hat möglicherweise auf eigene Faust gehandelt. Bevor wir seine Motive nicht kennen, wird es schwer sein, uns gegen ihn zur Wehr zu setzen."