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Ein neues Opernhaus für Florenz

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Ein neues Opernhaus für Florenz

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Ein verstörend schönes Meisterwerk der Klassik: Beethovens viertes Klavierkonzert, zu Gehör gebracht durch den österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder.

Rudolf Buchbinder: “Dies ist das großartigste und tiefste aller fünf Beethoven-Konzerte. Das gefühlvollste, das emotionalste, das berührendste. Er träumt darin von etwas…er träumt von Liebe, Wärme, die er nie bekam…er liebte immer die falschen Frauen, das war sein Problem.”

Fabio Luisi, Dirigent:“Der zweite Satz ist regelrecht revolutionär: ein Dialog total neuen Typs, zwischen dem Klavier und dem Orchester – sowas gab es vorher nie. Ein sehr intensiver, dramatischer Dialog, der diesen Satz besonders originell macht.”

Wir sind in Florenz, im Konzertsaal des neuen Opernhauses, das gerade erst eröffnet wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150 Jährigen Jubiläum der italienischen Einheit. Das in Zeiten der Wirtschaftskrise überhaupt ein neues Theater eröffnet, grenzt an ein Wunder!

Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt, erklärt uns Elisabetta Fabbri, die den Bau im Auftrag der italienischen Regierung beaufsichtigt hat.

Elisabetta Fabbri, Architekt:

“Ein Opernhaus wird bei Aufführungen meist als offener Raum wahrgenommen,- sobald aber die Lichter ausgehen, wird es ein geschlossener Raum.

Deshalb wollten wir die Rolle des Gebäudes und der Musik hier umkehren. Es heißt, dass ‘Musik die Seele vom Staub des Tages reinigt’…Genau das mag ich: sich diesen Platz als Ort vorzustellen, an den man jederzeit kommen kann, selbst wenn es gerade keine Aufführung gibt.”

Elisabetta Fabbri:“Sie können auf dieses Gebäude steigen und sie finden sich oben in einem Freiluft-Auditorium wieder, das fast metaphysisch puristisch wirkt. Feine Linien, man sieht nur die Stufen und dann den Himmel. Wenn Sie dort hoch gehen, können Sie den atemberaubenden Blick über Florenz genießen…Den Anblick des Domes von Brunelleschi nehmen Sie dann später als Schatz mit hinein, wenn Sie das Innere betreten.”

Elisabetta Fabbri:“Die geometrische Formensprache des Äußeren wirkt gewaltig, wenn Sie aber hineingehen in die Sääle werden Sie überrascht sein. Innen herrscht ein viel wärmerer Eindruck vor als Außen. Es ist wie eine Umarmung. Alles läuft auf einen Fluchtpunkt zu: die Bühne.”

In diesem Beitrag hörten Sie Ausschnitte aus:

- Ludwig van Beethoven, Klavier Konzert Nr. 4 in G Dur, Opus 58

- Johannes Brahms, Symphonie Nr. 4 in E-Moll , Opus 98.

Für weitere Ausschnitte aus unserem Interview mit dem Pianisten Rudolf Buchbinder (auf englisch) und Dirigent Fabio Luisi (auf italienisch) klicken Sie bitte auf den folgenden Link:
www.euronews.net/2012/01/26/bonus-interview-fabio-luisi-and-rudolf-buchbinder