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Pakistan: Trauer und Protest nach Anschlag auf Christen

Nach dem Anschlag auf zwei Kirchen im pakistanischen Lahore trauern Christen im Land um die Opfer. Weitere Proteste waren angekündigt.

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Pakistan: Trauer und Protest nach Anschlag auf Christen

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Nach dem Anschlag auf zwei Kirchen im pakistanischen Lahore trauern Christen im Land um die Opfer. Alle christlichen Schulen sollen geschlossen bleiben, so der christliche Schifffahrtsminister Kamran Michael.

Meinung

Täglich gibt es Explosionen, Probleme und was macht die Regierung? Gar nichts.

Selbstmordattentäter einer Talibansplittergruppe töteten am Sonntag an einer katholischen und evangelischen Kirche 15 Menschen. Mindestens 70 Menschen wurden verletzt. Diese hätten Blut vergossen, nur weil sie Christen seien, so Papst Franziskus beim Sonntagsgebet in Rom. Die Verfolgung der Minderheit in Pakistan werde von der Weltöffentlichkeit verdrängt. Die Betroffenen sind wütend: “Was ist das für eine Regierung?”, so ein Anwohner des Christenviertels Yohana Abad in Lahore, wo der Doppelanschlag verübt wurde. “Man kann nichts mehr tun, nirgendwo mehr hingehen. Täglich gibt es Explosionen, Probleme und was macht die Regierung? Gar nichts.”

Premierminister Nawaz Sharif kündigte an, das Militär werde weiter gegen die Taliban vorgehen. Sharif sagte religiösen Minderheiten Schutz zu.

In Karachi und anderen Städten protestierten Tausende Christen am Sonntag unter anderem mit Verkehrsblockaden für mehr Sicherheit. Sie zündeten Reifen an und skandierten Parolen gegen Terrorismus und die Regierung. Für heute waren weitere Proteste angekündigt. Weniger als zwei Prozent der Pakistaner sind Christen. Religiöse Minderheiten sind in Pakistan immer wieder Ziel von Anschlägen. Bei einem Anschlag auf eine christliche Kirche in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar waren 2013 mehr als 80 Menschen getötet worden.

Nach dem Anschlag hatte ein Lynchmob in Lahore zwei Männer getötet, die beschuldigt worden, den Attentätern geholfen zu haben.