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Schweres Erdbeben und Tsunamis: Chile evakuiert in Blitzaktion eine Million Menschen


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Schweres Erdbeben und Tsunamis: Chile evakuiert in Blitzaktion eine Million Menschen

Ein Erdbeben der Stärke 8,4 auf der Richterskala hat in Chile schwere Schäden verursacht. Anschließend gab es rund 50 teils starke Nachbeben, Tsunamiwelle überfluteten Teile der Küste. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben.

Das Hauptbeben ereignete sich am Mittwochabend kurz vor 19.54 Uhr Ortszeit vor der Küste der Ortschaft Canela Baja. Die Erschütterungen beschädigten vor allem die Lehmbauten ärmerer Landesteile. Laut Präsidentin Michelle Bachelet seien derzeit etwa 100.000 Familien ohne Strom und Wasser. Einsatzkräfte berichten von Chaos und abgeschnittenen Ortschaften.

Dass die Opferzahl nicht noch höher liegt, verdankt das stark erdbebengefährdete Land einem umfassenden Frühwarnsystem und vorbereiteten Notfallprozeduren.

Wegen der Tsunamigefahr wurden rund eine Million Menschen entlang der weitläufigen Küste in Sicherheit gebracht. Bis zu fünf Meter hohe Wellen setzten einige Orte anschließend vorübergehend unter Wasser. Auch für Hawaii und Neuseeland gab es Tsunamiwarnungen, in Chile ist sie inzwischen aufgehoben.

“Alles war total überflutet”, so die Bewohnerin eines Küstenortes. “Der Schlamm hat alles zugedeckt. Wir können nichts machen, außer mit dem Aufräumen anzufangen.”

1938 gab es bei einem weit schwächeren Erdstoß noch 28 000 Opfer. Bei einem der schwersten jemals registrierten Erdbeben weltweit starben im 1960 in Chile über 1600 Menschen. Beim letzten schweren Beben im Jahr 2010 waren 520 Opfer zu beklagen.

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