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Aras Bacho (18): Flüchtling aus Syrien will die Welt mit Fotos verbessern

“Meine Geschichte ist lang und kompliziert”, meint Aras Bacho, der heute in Bad Salzuflen (NRW) lebt und Fotograf werden möchte. Er ist im Alter von

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Aras Bacho (18): Flüchtling aus Syrien will die Welt mit Fotos verbessern

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“Meine Geschichte ist lang und kompliziert”, meint Aras Bacho, der heute in Bad Salzuflen (NRW) lebt und Fotograf werden möchte. Er ist im Alter von 12 Jahren mit seiner 24-jährigen Schwester aus Syrien geflohen. “In Griechenland waren wir einen Monat im Gefängnis”, erzählt Aras. Es war wohl kein Gefängnis, sondern ein Lager, wo die Flüchtlinge von der Polizei geschlagen wurden. Schläge kennt Aras schon von zuvor, in der Schule wurde er von den Lehrerinnen mit Stöcken blutig geschlagen. “Von manchen wurden wir gehasst, weil wir Jesiden waren”, sagt Aras Bacho, der aus dem Dorf Merkebe bei Amude in der Nähe der türkischen Grenze stammt. Seine Mutter ist gestorben, als er 7Jahre alt war.

In Deutschland kommt Aras zuerst in ein Kinderheim, mehr als drei Jahre lang wird er von seiner erwachsenen Schwester getrennt. Doch auch für diese Zeit ist Aras dankbar, immer wieder betont er, wie wichtig es ist, frei zu sein und etwas lernen zu können. In der Schule hat Aras Deutsch gelernt, Freunde gefunden.

Und er hat die Fotografie für sich entdeckt. “Mein erstes gutes Foto war im Kölner Zoo”, sagt Aras. Eine Schulfreundin erinnert sich, dass er ständig Fotos mit dem Handy gemacht hat. Inzwischen hat Aras Bacho eine Facebook-Seite mehr als 5.000 Likes und einen Blog, wo man seine Fotos ansehen kann. Der Schüler, der bald sein Fachabi machen möchte, wohnt seit ein paar Jahren wieder mit seiner Familie zusammen. Doch sein Vater ist noch immer in Syrien, seine Mutter starb, als Aras 7 Jahre alt war.

In Deutschland leben mehrere Schwestern, Cousinen und Cousins. Für Jesiden ist die Familie sehr wichtig, aber nicht alle sind streng religiös. Aras’ Cousin – der in Deutschland aufgewachsen ist – erklärt uns, dass die Ausübung religiöser Riten in seiner Familie nicht so wichtig ist: “Wir wissen zwar woher wir kommen, aber viel wichtiger ist es, sich zu fragen, wohin wir alle gemeinsam gehen! Dennoch bemühen wir uns, die Werte, die uns die Religion vermittelt wie Nächstenliebe, Ehrlichkeit und Mitgefühl, in uns zu tragen und auszuleben.” Ähnliche Worte verwendet auch Aras Bacho, ein sehr ernsthafter 18-Jähriger, der möglichst vielen seine Fotos zeigen möchte, um die Welt ein bisschen besser zu machen.