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G20-Kritik:"Schlag gegen die Jugend in Europa"


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G20-Kritik:"Schlag gegen die Jugend in Europa"

Trotz der Eskalation der Proteste hatten die meisten Teilnehmer der “Welcome to Hell”-Demonstration auf dem Hamburger Fischmarkt friedliche Absichten. Tausende Globalisierungsgegner aus dem In-und Ausland verfolgten entspannt Reden und Konzerte. Getrübt wurde die Stimmung allerdings durch die massiven Sicherheitsvorkehrungen und tagelangen Streit um die Errichtung von Protest-Camps.

Norbert Hackbusch, Hamburger Bürgerschaftsabgeordneter DIE LINKE, krisierte:“Es gibt natürlich einen Frust weil die Camps nicht aufgebaut werden konnten, eine Unverschämtheit, die Herrschenden dieser Welt in Luxushotels unterzubringen und die Leute – noch nicht mal einen Zeltplatz dürfen sie sich aufbauen. Wir hätten alles organisiert. Die Stadt hätte nichts machen müssen. Das ist schon `ne Frechheit – und das ist natürlich auch ein Schlag gegen die Jugend in Europa, die alle hierher kommen wollten und demonstrieren wollten.”

Viele G20-Gegner wie Mathias Holz kritisierten den Gipfel als überflüssig und beklagten die Kosten in dreistelliger Millionenhöhe:“Das ist ja eine Riesen-Veranstaltung für zwei Tage, die beteiligten Politiker und die Bundesregierung haben bereits über die Presse gesagt, dass sie nicht erwarten, dass sie da jetzt relevante Entscheidungen treffen werden. Und trotzdem werden hier geschätzt zwischen 500 und 700 Millionen Euro für diesen Gipfel verbrannt.”

Die französische Demonstrantin Sephora Cazeaux:“Ich bin eigentlich politisch nicht stark engagiert. Mir geht es um den Rückzug von Trump aus dem Pariser Klimaabkommen. Wir wollen die deutliche Botschaft übermitteln, dass er davon Abstand nehmen sollte, weil ein Ausstieg katatstrophale Folgen für die Umwelt hätte.”

Auch Louiana Katzarova ist Französin:“Alle hier sind entspannt und freundlich. Das ist wirklich cool und extrem pazifistisch. Alle möglichen Leute laufen hier rum, beeindruckend.”

Die Gewerkschaft der Polizei verteidigte das Vorgehen der Einsatzkräfte bei der “Welcome to Hell”-Demonstration in Hamburg. Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow sagte, zur Gewährleistung des Versammlungsrechts und zur Verhinderung von Straftaten sei es notwendig gewesen, die friedlichen Demonstranten von den möglicherweise gewaltbereiten Vermummten zu trennen.