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Polen fällt Bäume in Europas letzem Urwald

In Polen haben Umweltaktivisten versucht einen Holztransport aus einem der letzten Urwälder Europas zu verhindern.

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In Polen haben Umweltaktivisten versucht Holztransporte aus einem der letzten Urwälder Europas zu verhindern. Die Umweltschützer beriefen sich auf eine Anordnung des Europäischen Gerichtshofs, die das Fällen und den Abtransport bereits gefällter Bäume im Białowieża-Urwald untersagt. Unabhängige Experten sollen den Vorfall untersuchen, so die konkrete Anordnung des EuGH. Trotz der Verfügung aus Brüssel hatte das polnische Umweltministerium das Bäumefällen und den Abtransport der Baumstämme aus der UNESCO-Weltkulturerbestätte genehmigt.

Bereits im März vergangenen Jahres hatte die rechtskonservative Regierung “Recht und Gerechtigkeit” (PiS) beschlossen, über einen Zeitraum von zehn Jahren 180.000 Kubikmeter Holz aus dem nicht unter Schutz stehenden Teilen des Waldes abzuholzen.

Dabei geht es nach Angaben des Umweltministeriums vor allem darum, den Borkenkäfer, einen Holzschädling, zu bekämpfen. Außerdem sollen sowohl Forstmitarbeiter als auch Touristen vor umfallenden Bäumen geschützt werden.

Umweltschützer warnen davor, dass das Fällen zahlreicher Bäume ein für “10.000 Jahre unberührtes Ökosystem” zerstören könnte.

Der Białowieża-Urwald ist seit 1979 Teil des Unesco-Weltkulturerbes und bedeckt eine Fläche von 150.000 Hektar in Polen und Weißrussland. Der Wald beherbergt rund 20.000 Tierarten und ist die Heimat des europäischen Bisons, außerdem gibt es dort mit zirka 50 Metern Höhe, die höchsten Bäume Europas.