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Jemen: UN prangern Verletzungen von Kinderrechten an

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Bürgerkriegsland Jemen habe 38 Schulen und Kliniken im Jahr 2016 angegriffen.

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Jemen: UN prangern Verletzungen von Kinderrechten an

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Die Vereinten Nationen haben schwere Vorwürfe gegen die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition im Bürgerkriegsland Jemen erhoben. Dem Bündnis werden laut Medienberichten vor allem Verletzungen von Kinderechten vorgeworfen. Durch Angriffe seien allein im vergangenen Jahr 683 Kinder ums Leben gekommen, heißt es unter Berufung auf einen Berichtsentwurf der Vereinten Nationen. Die Militärkoalition habe 2016 insgesamt 38 Schulen und Krankenhäuser angegriffen.

Das Bündnis hat in der Vergangenheit stets bestritten, Zivilisten oder Infrastrukturen im Jemen gezielt ins Visier genommen zu haben.

Die Vereinten Nationen stellten in ihrem Berichtsentwurf auch fest, dass sich die internationale Koalition um einen besseren Schutz von Kindern im Jemen bemühe. Trotzdem solle das Bündnis auf die jährliche schwarze Liste der Vereinten Nationen gesetzt werden. Jemenitische Regierungstruppen, die von der Koalition unterstützt werden, die Huthi-Rebellen im Jemen und die Al-Kaida-Organisation auf der Arabischen Halbinsel stehen bereits im zweiten Jahr in Folge auf der Liste. Diese drei Parteien würden sich überhaupt nicht für den Schutz von Minderjährigen im Jemen einsetzen, kritisierten die UN.

Der ständige Vertreter Saudi-Arabiens bei den Vereinten Nationen, Abdallah al-Mouallimi, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, er werde sich zu dem Berichtsentwurf nicht vor dessen offizieller Billigung durch UN-Generalsekretär António Guterres äußern.