Vor Panarea entdeckten Forscher einen großen Unterwasserkrater mit hydrothermaler Aktivität und Vulkanschloten. Panarea eine der Äolischen Inseln im Tyrrhenischen Meer, gehört zu Italien, genauer zur Region Sizilien.
Ein großer, bisher verborgener Unterwasserkrater und neue hydrothermale Schlote haben Forscher vor der Insel Panarea auf den Äolischen Inseln entdeckt. Die Entdeckung geht auf eine Studie zurück, die das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Station Anton Dohrn (SZN) koordiniert hat. Sie erweitert das Wissen über das unterseeische Vulkansystem der Insel und wirft neue Fragen zu dessen Entwicklung auf.
Die Struktur liegt rund eine Seemeile nordöstlich von Panarea in 60 bis 80 Metern Tiefe. Der Krater ist beeindruckend groß: etwa 100 Meter lang und 60 Meter breit. Direkt neben dieser Formation haben die Forschenden neue hydrothermale Schlote entdeckt, aus denen Gas aus dem Meeresboden austritt.
Panarea-Vulkankomplex: neues Puzzlestück
„Die Entdeckung dieses neuen Gebiets mit intensiver Aktivität nordöstlich der Insel Panarea zeigt, dass wir die Ausdehnung des bislang bekannten unterseeischen Hydrothermalsystems neu bewerten müssen“, erklären die INGV-Forscher Antonino Torre, Agostino Semprebello sowie Alessandro Gattuso, der Koordinator der Studie und Leiter der wissenschaftlichen Betriebsstelle in Milazzo.
Nach Ansicht der Forschenden zwingt das Ergebnis zu einer neuen Bewertung der Dynamik und der Energie des Vulkansystems von Panarea. Zugleich rückt der Aktivitätszustand des unterseeischen Komplexes und sein möglicher Einfluss auf das umliegende Meeresökosystem stärker in den Fokus.
Die Entdeckung könnte dazu beitragen, Szenarien zur vulkanischen Gefährdung zu aktualisieren und die Überwachungstätigkeit im Gebiet der Äolischen Inseln zu verbessern, einem der am besten untersuchten Gebiete Italiens mit aktiven Vulkanen und Geothermalsystemen.
Unterwasserroboter bestätigt Krateraktivität
Um die entdeckten Strukturen direkt zu überprüfen und ihren Aktivitätsgrad zu beurteilen, fand im Juli 2026 eine Erkundung mit einem ROV (Remotely operated underwater vehicle) statt, einem von der Oberfläche aus kabelgesteuerten Unterwasserroboter. Das Gerät stellte die Universität Padua zur Verfügung.
Die dabei aufgenommenen Bilder und Videos haben eine intensive Entgasungsaktivität im Inneren des Kraters bestätigt. Die Emissionen traten sowohl entlang der Kraterwände als auch im tiefsten Bereich des Meeresbodens auf.
Im Bereich der neuen Schlote registrierten die Forschenden außerdem jüngste hydrothermale Aktivität und einen starken Gasfluss aus dem Untergrund des Meeresbodens.
Strukturen ähnlich wie in „Smoking Land“
Die neuen Formationen weisen morphologische Merkmale auf, die den hydrothermalen Schloten im Gebiet ähneln, das als „Smoking Land“ bekannt ist. Dieses Areal entdeckten Forscher 2015 etwas südlich des Eilands Basiluzzo.
Diese Strukturen entstehen durch das Aufsteigen heißer Fluide und Gase aus dem unterseeischen Vulkansystem. Dieses Phänomen macht den Meeresboden vor Panarea zu einem natürlichen Labor für die Erforschung geologischer und biologischer Prozesse, die mit vulkanischer Aktivität verbunden sind.
Die neue Entdeckung bestätigt, dass der Vulkan von Panarea noch viele unerforschte Bereiche verbirgt.