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Raif Badawi mit Sacharow-Preis ausgezeichnet


Redaktion Brüssel

Raif Badawi mit Sacharow-Preis ausgezeichnet

Der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi ist mit dem Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europaparlaments ausgezeichnet worden.

Badawis Ehefrau, Ensaf Haidar, die mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada Asyl gefunden hat, nahm den Preis in Straßburg entgegen. Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, forderte die saudische Führung erneut auf, Badawi auf freien Fuß zu setzen.

Der Blogger und Menschenrechtsaktivist wurde 2014 zu zehn Jahren Haft und 1.000 Stockhieben verurteilt. Saudi-Arabien wirft ihm vor, den Islam beleidigt zu haben.

Euronews sprach mit Frau Haidar. “Der Sacharow-Preis ist ein angesehener Preis, er ist in Europa weithin bekannt”, sagte Ensaf Haidar. “Ich hoffe, dass dieser Preis für Raif eine Türe zur Freiheit wird. Dass er die Freiheit wiedererlangt. Unsere Kinder und mich hat der Preis moralisch gestärkt. Und ich hoffe, dass dieser Preis in Saudi-Arabien als Zeichen für seine Freilassung verstanden wird. Raif ist ein Mensch des Friedens, seine Worte sind Worte des Friedens, sein Arm war die Schreibfeder. Ich hoffe, dass Raif bald wieder mit seiner Familie vereint sein kann.”

euronews:
“Sie haben Saudi-Arabien 2009 verlassen und in Kanada um Asyl angesucht. Ihr Mann befindet sich seit drei Jahren in Haft. Er ist bereits mit 50 Stockhieben bestraft worden, die nur einen Teil der insgesamt 1.000 Stockhiebe darstellen. Bedauern Sie etwas? Haben Sie je zurückgeblickt und sich die Frage gestellt, ob das alles der Mühe wert ist ?”

Ensaf Haidar:
“Ich bin zutiefst von der Sache Raifs überzeugt, ich glaube daran. Raif ist ein Mensch, der sich anders als andere geäußert hat. Es war sein Recht, so wie jeder das Recht hat, sich zu äußern. Wichtig dabei ist, dass die Redefreiheit in friedlicher Weise ausgeübt wird. Raif hat sich friedlich geäußert, seine Waffe war immer nur die Schreibfeder. Aus diesem Grund wiederhole ich, dass ich von seiner Sache überzeugt bin und dass ich auf ihn stolz bin. Ich bin stolz, dass er den Mut hatte, seine Meinung friedlich zu äußern.”