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Olympia: IOC-Funktionär Hickey in Brasilien unter Korruptionsverdacht verhaftet

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Olympia: IOC-Funktionär Hickey in Brasilien unter Korruptionsverdacht verhaftet

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Der ranghohe IOC-Funktionär Patrick Hickey ist am Rande der Olympischen Spiele verhaftet worden. Inzwischen wurde Untersuchungshaft angeordnet, meldete die Polizei. Hickey soll in den Schwarzhandel mit Olympia-Tickets verwickelt sein. Der 71 Jahre alte Ire wurde an Morgen in einem Hotel in der Nähes des Olympia-Parks in Rio de Janeiro in Gewahrsam genommen. Weil er sich unwohl fühlte, wurde er zunächst in ein Krankenhaus gebracht.

Das IOC sagte, man prüfe derzeit die Fakten. Und das Nationale Olympische Komitee Irlands, dessen Präsident Hickey ist, wollte sich noch nicht im Detail äußern.

Ein Polizeisprecher in Rio sagte: “Unter anderem kamen Tickets direkt vom Olympischen Komitee Irlands, es handelt sich um Exklusiv-Tickets des irischen Komitees, daher durften sie nicht an Unternehmen und andere Einrichtungen und Programme verkauft werden.”

Konkret soll Hickey über eine Firma Olympia-Karten vertrieben und an das “Ticketunternehmen THG Sports”:
http://www.thgsports.com/index.asp weitergereicht haben, das die Karten dann überteuert weiterverkaufte. THG Sports wird auch in Zusammenhang mit gefälschten Tickets gebracht. Tickets für die Eröffnungsfeier etwa sollen für bis zu 7200 Euro angeboten worden sein, heißt es in einem Medienbericht. Insgesamt sollten Karten im Wert von fast 3 Millionen Euro verkauft werden, was die Polizei aber vereitelt hat.

Patrick Hickey, ein Kurzportrait

Der 71 Jahre alte Ire Patrick Joseph Hickey ist einer der profiliertesten Sportfunktionäre – in seinem Heimatland und international. Seit 1995 sitzt der Vater von vier Kindern im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), vor vier Jahren wurde er in die Exekutive gewählt.

Seinen ersten Posten übernahm Hickey 1979: Er wurde zum Präsidenten des Irischen Judo-Verbandes gewählt. Und das nicht zufällig: Als aktiver Judoka vertrat er sein Land bei internationalen Wettkämpfen – er besitzt den Schwarzen Gürtel. Zehn Jahre später war Hickey Präsident des Nationalen Olympischen Komitees – mit 44 Jahren. Er wurde mehrmals wiedergewählt, zuletzt im August 2014.

Im Sommer 2006 stieg Hickey, der auch Fußball, Squash, Tennis und Golf gespielt hat, zum einflussreichen Präsidenten der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees Europas (EOC) auf. Damit dürfte der Multi-Funktionär noch weniger Zeit für seine Hobbies Reisen, Geschichte und Musik haben.

Eine Sternstunde erlebte der am 17. Juni 1945 in Dublin geborene Ire im Juni 2015: Die Premiere der Europaspiele in Baku durfte er auch als persönlichen Erfolg abbuchen. Entsprechend überschwänglich bedankte er sich bei den Gastgebern: “Die Zukunft leuchtet hell für Aserbaidschan.”

Hickey bekam für seine Lobrede ein Geschenk zurück – ein gutes Timing genau zu seinem 70. Geburtstag. Ilham Aliyev, Staatschef der autoritär geführten Kaukasusrepublik, verlieh dem EOC-Chef den Sharaf-Orden (Auszeichnung der Ehre). Jetzt, ein Jahr später, steht der umtriebige Funktionär im Schatten eines Korruptionsverdachts.

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