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Olympia: IOC-Funktionär Hickey in Brasilien unter Korruptionsverdacht verhaftet

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Von Euronews
Olympia: IOC-Funktionär Hickey in Brasilien unter Korruptionsverdacht verhaftet

<p>Der ranghohe <span class="caps">IOC</span>-Funktionär <a href="https://www.olympic.org/mr-patrick-joseph-hickey">Patrick Hickey</a> ist am Rande der Olympischen Spiele verhaftet worden. Inzwischen wurde Untersuchungshaft angeordnet, meldete die Polizei. Hickey soll in den Schwarzhandel mit Olympia-Tickets verwickelt sein. Der 71 Jahre alte Ire wurde an Morgen in einem Hotel in der Nähes des Olympia-Parks in Rio de Janeiro in Gewahrsam genommen. Weil er sich unwohl fühlte, wurde er zunächst in ein Krankenhaus gebracht.</p> <p>Das <span class="caps">IOC</span> sagte, man prüfe derzeit die Fakten. Und das Nationale Olympische Komitee Irlands, dessen Präsident Hickey ist, wollte sich <a href="http://www.olympics.ie/news/15199-oci-statement-17082016-0823-brt.html">noch nicht</a> im Detail äußern. </p> <p>Ein Polizeisprecher in Rio sagte: “Unter anderem kamen Tickets direkt vom Olympischen Komitee Irlands, es handelt sich um Exklusiv-Tickets des irischen Komitees, daher durften sie nicht an Unternehmen und andere Einrichtungen und Programme verkauft werden.”</p> <p>Konkret soll Hickey über eine Firma Olympia-Karten vertrieben und an das “Ticketunternehmen <span class="caps">THG</span> Sports”:<br /> http://www.thgsports.com/index.asp weitergereicht haben, das die Karten dann überteuert weiterverkaufte. <span class="caps">THG</span> Sports wird auch in Zusammenhang mit gefälschten Tickets gebracht. Tickets für die Eröffnungsfeier etwa sollen für bis zu 7200 Euro angeboten worden sein, heißt es <a href="http://esportes.estadao.com.br/noticias/jogos-olimpicos,policia-do-rio-prende-membro-do-coi-por-cambismo,10000070064">in einem Medienbericht.</a> Insgesamt sollten Karten im Wert von fast 3 Millionen Euro verkauft werden, was die Polizei aber vereitelt hat. </p> <div style="width:606px; margin-bottom:8px;"> <div style="background-color:#CCCCCC; font-size:12px; padding:8px;border-radius:8px; border: 1px solid;"> <h3>Patrick Hickey, ein Kurzportrait</h3> <p>Der 71 Jahre alte Ire Patrick Joseph Hickey ist einer der profiliertesten Sportfunktionäre – in seinem Heimatland und international. Seit 1995 sitzt der Vater von vier Kindern im Internationalen Olympischen Komitee (<span class="caps">IOC</span>), vor vier Jahren wurde er in die Exekutive gewählt.</p> <p>Seinen ersten Posten übernahm Hickey 1979: Er wurde zum Präsidenten des Irischen Judo-Verbandes gewählt. Und das nicht zufällig: Als aktiver Judoka vertrat er sein Land bei internationalen Wettkämpfen – er besitzt den Schwarzen Gürtel. Zehn Jahre später war Hickey Präsident des Nationalen Olympischen Komitees – mit 44 Jahren. Er wurde mehrmals wiedergewählt, zuletzt im August 2014.</p> <p>Im Sommer 2006 stieg Hickey, der auch Fußball, Squash, Tennis und Golf gespielt hat, zum einflussreichen Präsidenten der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees Europas (<span class="caps">EOC</span>) auf. Damit dürfte der Multi-Funktionär noch weniger Zeit für seine Hobbies Reisen, Geschichte und Musik haben.</p> <p>Eine Sternstunde erlebte der am 17. Juni 1945 in Dublin geborene Ire im Juni 2015: Die Premiere der Europaspiele in Baku durfte er auch als persönlichen Erfolg abbuchen. Entsprechend überschwänglich bedankte er sich bei den Gastgebern: “Die Zukunft leuchtet hell für Aserbaidschan.”</p> <p>Hickey bekam für seine Lobrede ein Geschenk zurück – ein gutes Timing genau zu seinem 70. Geburtstag. Ilham Aliyev, Staatschef der autoritär geführten Kaukasusrepublik, verlieh dem <span class="caps">EOC</span>-Chef den Sharaf-Orden (Auszeichnung der Ehre). Jetzt, ein Jahr später, steht der umtriebige Funktionär im Schatten eines Korruptionsverdachts. </div> </div></p>