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Wachstumsmotor: Madagaskar setzt auf seine Bodenschätze

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Wachstumsmotor: Madagaskar setzt auf seine Bodenschätze

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*Fort Dauphin im Südosten von Madagaskar: Auf einem Abbaugebiet von 2.000 Hektar fördert der Bergbaugigant Rio Tinto hier seit gut sieben Jahren in einem Gemeinschaftsunternehmen (QMM) mit dem madagassischen Staat Ilmenit, auch Titaneisen genannt.

“Ilmenit ist ein Mineral des Titans”, erklärt QMM-Geologe Jean Pascal Valiarimanana. “Titan dient dazu, weiße Pigmentstoffe zu produzieren, für Farben zum Beispiel. Man kann auch Titan-Metall produzieren: Dies wird in der Luftfahrtindustrie verwendet.”

Eine Investition von umgerechnet gut 800 Millionen Euro. Rio Tinto hält 80 Prozent an dem Unternehmen, 20 Prozent der Staat. Das Projekt hat das wirtschaftliche Umfeld völlig verändert: 350 neue Firmen entstanden in der Region. Die Mine beschäftigt 1400 Menschen, eine neue Straße wurde gebaut und ein neuer Hafen, an dem auch Kreuzschiffe anlegen können.

Bei dem Bergbau-Projekt sollte auch der Umweltschutz berücksichtigt werden. Ein Waldstück von über 200 Hektar wurde unter Naturschutz gestellt, und eine Baumschule angelegt für die schrittweise Wiederbegrünung der Abbauflächen, die nicht mehr genutzt werden.

Umweltschützer sehen das Projekt trotz Wiederaufforstung kritisch. (Siehe World Rainforest Movement, La gazette, sowie International Institute of Social Studies) Umgesiedelte Einheimische klagen zudem über geringe Entschädigung. Madagaskar will jedoch nach Jahren politischer und wirtschaftlicher Instabilität die reichhaltigen, bislang kaum genutzten Bodenschätze zu einem Wachstumsmotor machen.

Ying Vah Zafilahy, Minister für Bergbau und Ölförderung, frohlockt: “Wir haben Bauxit-Vorkommen von 100 Millionen Tonnen. Und auch Eisen mit geschätzten 600 Millionen Tonnen. All diese Vorkommen sind nachgewiesen.” Nickel, Kobalt – die Liste lässt sich fortsetzen. Jetzt geht es Madagaskar um die Investoren: Die Regierung will mit neuen Bergbau-Vorschrifen steuerliche oder finanzielle Anreize für ausländische Geldgeber schaffen. Der Bergbau-Minister warnt jedoch: “Man darf nicht Schnelligkeit mit Voreiligkeit verwechseln. Wir müssen alle Vorschläge aufnehmen, damit diese Bergbau-Vorschriften zur Entwicklung des Landes beitragen und so lange wie möglich gelten können.”

Madagaskar auf der Gratwanderung: Es muss Investoren finden, die ihm wirtschaftlich auf die Sprünge helfen, aber auch der einheimischen Bevölkerung und dem Umweltschutz gerecht werden.

Mit Unterstützung von Omnis Madagaskar

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