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Streit in Frankreich: Eltern wollen ihr Baby "Jihad" nennen

Die Eltern wollen ihr Kind "Jihad" nennen, jetzt hat die Gemeinde in Südfrankreich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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Streit in Frankreich: Eltern wollen ihr Baby "Jihad" nennen

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Das Baby ist Anfang August im südfranzösischen Toulouse geboren – und die Eltern haben ihrem Sohn den Vornamen “Jihad” (“Dschihad”) gegeben. Jetzt hat die Gemeinde Léguevin – im Westen von Toulouse -, wo die Familie lebt, die Staatsanwaltschaft informiert. Das berichtet ein lokales Nachrichtenportal.

Anders als viele meinen, bedeutet “Jihad” im Arabischen nicht nur “heiliger Krieg”, sondern steht für das positive Engagement eines Menschen, der sich Mühe gibt, der eifrig lernt – und kann mit “Eifer”, “Anstrengung”, “Kampf” oder “Widerstand” übersetzt werden.

Abderrahmane Oumachar vom muslimischen Verein “Centre Toulousain de la Spiritualité Musulmane” erklärt die positive Bedeutung des Begriffs “Jihad” im Islam, doch er weist auch darauf hin, dass es heutzutage problematisch sein kann, einem Kind den Namen “Jihad” zu geben. “Ein solcher Name könnte dem Kind schaden und sich negativ auf seine Integration auswirken.”

Die Regeln in Frankreich sehen vor, dass die Vornamen “im Interesse des Kindes” ausgesucht werden sollen.

2012 hatte bereits der Fall eines 3 Jahre alten Jungen in der Nähe von Avignon Aufsehen erregt, der Jihad heißt und in der Vorschule ein T-Shirt trug, auf dem stand Ich bin eine Bombe – Jihad.