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Gesetz in Richtung Sterbehilfe in Italien

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Gesetz in Richtung Sterbehilfe in Italien

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Der italienische Senat hat ein Gesetz verabschiedet, das es erlaubt, Patientenverfügungen zu verfassen und künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr zu verweigern. Die endgültige Annahme der Gesetzesvorlage kommt zu einer Zeit, da der Vatikan die Frage der Pflege am Lebensende mit einer Reihe von Konferenzen neu aufgegriffen hat. Dabei wird die Notwendigkeit der Palliativpflege betont und die katholische Doktrin gestärkt, die nur eine "gewöhnliche" Pflege für Sterbende erfordert, nicht eine "außerordentliche" Pflege, die das Leben um jeden Preis verlängert.

Vor dem Parlament in Rom versammelten sich Aktivisten, die das Gesetz als einen Schritt in Richtung Legalisierung der Sterbehilfe feierten:

"Dieses Gesetz ist ein guter Schritt nach vorn, weil es anerkennt, was Richter bereits in den Fällen Welby, Englaro und Nuvoli festgestellt haben - nämlich, dass wir alle das Recht haben, mithilfe von Patientenverfügungen Therapien zu beenden, ohne leiden zu müssen. Natürlich fehlt uns immer noch die Legalisierung der Sterbehilfe, die wir mit unserem nächsten Gesetzentwurf dem Parlament vorlegen werden", sagt Aktivist Marco Cappato.

In der langwierigen Debatte um Sterbehilfe in dem römisch-katholischen Land stößt die aktuelle Entscheidung nicht nur auf Begeisterung:

"Dieses Gesetz schützt in keiner Weise das Recht einer Person auf freie Wahl oder die Freiheit des Einzelnen. Dies liegt daran, dass eine Person, die eine Patientenverfügung unterzeichnet, dies tut, wenn sie sich gut fühlt, keine gesundheitlichen Probleme hat und diese Person nur erahnen kann, wie sie im Krankheitsfall reagieren wird", so Provita-Aktivistin Francesca Poleggi.

In Italien gab es immer wieder spektakuläre Fälle, in denen Kranke darum kämpften, ihrem Leben legal ein Ende setzen zu dürfen.