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Cecilia Bartoli begeistert als Gräfin Adèle im Zürcher Opernhaus

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Cecilia Bartoli begeistert als Gräfin Adèle im Zürcher Opernhaus

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Im Opernhaus in Zürich ist die international gefeierte Sängerin Cecilia Bartoli auf eine alte Liebe getroffen – Komponist Gioachino Rossini und seine Oper Le comte Ory.

Bei dieser Inszenierung spielt die Handlung Mitte des 20. Jahrhunderts, in einer französischen Kleinstadt, die die meisten Männer wegen des Kriegs verlassen haben. Bartoli spielt die Soprano-Rolle der Gräfin Adèle.

“Im ersten Akt ist Graf Ory ein Einsiedler, der in einem Wohnwagen lebt. Von außen unscheinbar, ist es doch eher ein Rotlicht-Wohnwagen.”

“Er berät Frauen, die ihre Männer vermissen und lädt sie zu sich ein. Später wissen die Frauen gar nicht, was ihnen wiederfahren ist, aber sie sind auf jeden Fall sehr glücklich.”

Rossini ist sehr schwer zu singen. Warum sich der Herausforderung stellen?

“Wenn Sie Rossini singen können, werden Sie eine lange Karriere haben, und ihr Instrument, also die Stimme, wird gesund bleiben. Denn bei Rossini muss man seine Stimme agil halten. Die Dehnbarkeit ist sehr wichtig, dazu die Agilität und die Atemkontrolle. Außerdem müssen Sie Koloraturen meistern, aber auch lange Phasen ohne Koloraturen aushalten können. All das brauchen Sie, um ein wirklich guter Sänger zu sein.”

“Warum nicht jeder Rossini singt?Weil es schwierig ist!”

Es ist eine Komödie über Verführung, Ausschweifungen und Verkleidung. Um die Frauen im Schloss der Gräfin zu verführen, verkleiden sich Graf Ory und seine Begleiter sogar als Nonnen. Bloßgestellt gelingt es ihm am Ende, das Weite zu suchen.

“Der Auftritt des Trios ist wahrscheinlich der schönste Moment der Oper, aber auch der zweideutigste.”

Denn der Graf erwartet, die Gräfin in ihrem Zimmer vorzufinden – aber am Ende liegt er neben dem jungen Pagen Isolier.

“In der Szene gibt es drei Charaktere, es ist alles sehr doppeldeutig und gleichzeitig sehr sinnlich. Der Part der Gräfin hier ist sehr schwierig zu singen: schwierig aber wunderschön – es ist wie Magie.”